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Aargau Solothurn Möhlin verzichtet auf Millionen – für kleineres Wachstum

Die Gemeindeversammlung von Möhlin hat es am Donnerstagabend abgelehnt, Bauland zu verkaufen. Gut sieben Millionen Franken hätte dies in die Gemeindekasse gespült. Für die Ablehnung wurde vor allem ein Grund immer wieder genannt.

Wer in Möhlin unterwegs ist, fühlt sich wie in einem kleinen Dorf. Vielen Häusern sieht man noch an, dass sie bis vor einigen Jahren Bauernhöfe waren. Sie haben zwei Stockwerke und einen Anbau, welcher früher eine Scheune war.

Gemeinderat und bürgerliche Parteien argumentierten für Geld...

Dabei ist Möhlin längst kein kleines Dorf mehr. Inzwischen leben 11‘000 Einwohner in der Fricktaler Gemeinde. Damit könnte Möhlin eigentlich das Stadtrecht beantragen. Davon möchte man jedoch offenbar nichts wissen. «Das soll mein Nachfolger machen», meinte der Gemeindeammann Fredy Böni scherzend gegenüber Radio SRF.

Das Selbstverständnis des Dorfes zeigte sich dann auch am Donnerstagabend. Es ging um eine neue Wohnsiedlung auf dem ehemaligen Sportplatz Riburg. Ein Investor wollte das Land für sieben Millionen Franken kaufen. Doch das Projekt hatte an der Gemeindeversammlung keine Chance. Der Gemeinderat und die bürgerlichen Parteien weibelten zwar dafür. Gerade das Geld könne die Gemeinde gut gebrauchen. Sie waren allerdings chancenlos.

...Linke und Bauern überzeugten jedoch die Mehrheit

Eine Koalition aus linken Parteien, Bauern und anderen Interessengruppen brachten das Projekt zum Fallen. Das Hauptargument: Die neue Siedlung würde das Bevölkerungswachstum weiter beschleunigen. Dabei hatte die Gemeindeversammlung vor sechs Jahren den Auftrag erteilt, dass höchsten 80 zusätzliche Personen jährlich in Möhlin wohnen dürfen.

Tatsächlich wurde dieser Wert jedoch immer wieder deutlich überschritten. Deshalb gab es nun gegen die neue Siedlung grossen Widerstand. Ein anderer Grund war, dass die Wiese dort nicht überbaut werden soll.

Wachstum findet dennoch statt

Der Gemeindeammann Fredy Böni hat die Ablehnung der Siedlung bedauert. «Ich bin persönlich enttäuscht», sagte er gegenüber Radio SRF. Laut Böni brauche es ein Bevölkerungswachstum, damit man die steigenden Kosten der Gemeinde bezahlen kann. Ansonsten müssten die Steuern erhöht werden oder aber, man fahre die Investitionen komplett zurück. Keines der beiden Szenarien wünscht sich Böni.

Letztlich bleibt damit nur das Bevölkerungswachstum, und dies findet auch statt. Auch wenn die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend eine neue Wohnsiedlung ablehnte, dürfte die Einwohnerzahl von Möhlin weiter steigen. In der Fricktaler Gemeinde wir so oder so fleissig weiter gebaut.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Eine kluge Endscheidung von den Bürgern. Ein langsameres Wachstum ist längerfristig sinnvoller. Den Quatsch, die Steuern müssten bei gleichbleibenden Einwohnern erhöht werden, plaudern viele Gemeinde Oberer. Wenn eine Gemeinde richtig mit dem Geld umgehen kann, reicht es noch lange bei fast gleichbleidenden Einwohnerzahlen.
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