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Musikalischer Herbst Aargauer Spezialität: Nicht nur Rüebli, auch Operetten

In Möriken hat die Operette Gräfin Mariza soeben Premiere gefeiert. Im Aargau gibt es eine Operetten-Tradition.

Die Aargauer Operetten-Tradition hat es sogar auf die Liste der lebendigen Traditionen, Link öffnet in einem neuen Fenster im Aargau geschafft. Auch Aargau Tourismus wirbt damit. Operetten führen seit Jahren die Fricktaler Bühne, die Operette Möriken Wildegg, die Operettenbühne Bremgarten und die Theatergesellschaft Beinwil am See auf. Die nächste Konkurrenz ist in Sursee (LU).

«Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich mit den Laienbühnen und Laienchören eine vielseitige Operettentradition. Heute führen vier Laienbühnen unter professioneller Leitung Operetten auf», heisst es auf der Internetseite der lebendigen Traditionen. Laien und Profis, die gemeinsam in ihren Dörfern für eine limitierte Zeit Operetten aufführen, ein Stück Aargauer Geschichte also.

Herzblut, Begeisterung, Überzeugung

Aktuell ist die Operette Möriken angelaufen. «Gräfin Mariza» wird gespielt, ein Stück des ungarischen Komponisten Emmerich Kalman. Vor zwei Jahren schrieb die Operette einen Verlust. Nun hat sie weniger Aufführungen. 20 sind es total, bis 3. Dezember wird dieses Jahr gespielt.

Aufhören, das sei kein Thema gewesen, sagt der Präsident der Operette, Daniel Angelini, gegenüber SRF. Die finanzielle Lage sei zwar ein Dämpfer gewesen, und einmalig in der Geschichte der Operette. Man hätte aber Ersparnisse zur Verfügung gehabt, das habe den Verlust abgefedert.

Der Zweijahres-Rhythmus der Operette sei ideal, findet Präsident Angelini. So habe es für jede der vier Aargauer Operetten Platz. Alle sechs Monate spielt eine davon ihr Programm. Jedes Jahr Aufführungen zu organisieren, das wäre nebst dem hundertprozentigen Job im Ehrenamt zu viel, findet Daniel Angelini. Es brauche viel Herzblut, Begeisterung, Überzeugung verrät er und hofft auf eine weiterhin lange Aargauer Operetten-Tradition.

Möriker Coiffeur im Einsatz für die Maske

Fredi Schmid ist Möriker, wohnt in der Nähe des Gemeindesaal und führt im Dorf ein Coiffeurgeschäft. Er hat die Zusatzausbildung als Maskenbildner absolviert und steht der Operette nun also seit Jahren in der Hauptmaske zur Verfügung. Die Arbeit wird entlöhnt, die Präsenzzeit nicht. Dazu kommen freiwilige Helfer in der Maske für den Männerchor. «Es ist das familiäre, das mir an der Operette Möriken so gut gefällt», sagt Schmid im Interview mit SRF. Er erinnert sich an viele gelungene Aufführungen, auch an Pannen. «Bei meiner ersten Aufführung mussten Darstellerinnen auf der Bühne einem Hauptdarsteller die Perücke anziehen. Statt von vorne nach hinten machten sie dies von links nach rechts. Er sah aus, als hätte er ein totes Huhn auf dem Kopf», ärgert sich der Maskenbildner heute noch. Momentan arbeitet er als Koch in einem Klassenlager, hält dank seiner Frau den Coiffeur-Betrieb am Laufen und arbeitet in der Operette. Multitasking Made in Möriken.

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