Oper Schenkenberg plant neue Produktion - trotz Kritik

Lieferanten der Oper Schenkenberg kritisieren deren Geschäftsführer und künstlerischen Leiter Peter Bernhard scharf. Denn sie müssen auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Trotzdem will der Vater der Oper Schenkenberg eine weitere Ausgabe stemmen. Er kontert die Kritik. Und holt sich Unterstützung.

Blick in die Arena, spärliches Publikum

Bildlegende: Höhere Ausgaben, weniger Einnahmen: Die Oper Schenkenberg hat finanzielle Probleme. Unprofessionell sei sie aber nicht. SRF

«Die Leitung der Oper Schenkenberg muss ausgetauscht werden»: Diese klare Forderung platzierte ein Catering-Unternehmer am Dienstag bei Radio SRF. Der Unternehmer hat eine Verzichtserklärung unterschrieben, er verzichtet auf einen Drittel seiner Entschädigung. Denn «Il Trovatore» der Oper Schenkenberg feierte zwar medialen Erfolg, kam beim Publikum gut an, spielte aber zu wenig Geld ein.

Ziel der Kritik ist Peter Bernhard: Der Kopf, das Gesicht der Oper Schenkenberg. Er hat bisher geschwiegen. Nun nimmt er aber Stellung. In einem Gespräch mit dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF kontert Bernhard die Kritik seiner Lieferanten. Ein unprofessionelles Verhalten will er sich nicht vorwerfen lassen. Viel mehr seien die Umstände schuld an der finanziellen Schieflage.

Konkurrenz und höhere Sicherheitskosten

Interview mit Peter Bernhard

Bildlegende: Peter Bernhard nimmt erstmals Stellung (im Bild vor der Aufführung von «Il Trovatore» im Sommer 2013). SRF

Kurz vor der Aufführung in der Freiluft-Arena in Schinznach hätten die Veranstalter zusätzliches Geld in die Sicherheit investieren müssen, so Bernhard. Der Grund dafür waren die verheerenden Sturmschäden am Turnfest in Biel. Ein solches Unglück habe man in Schinznach verhindern wollen, deshalb habe man die Statik der Bauten noch einmal verbessert.

Zusätzlich machte der Produktion laut Bernhard die Konkurrenz zu schaffen: Die Oper «Aida» wurde gleichzeitig auf einer Freiluftbühne am Pfäffikersee aufgeführt. Der Vorverkauf spielte weniger ein als geplant, dafür war wohl eher schlechtes Wetter verantwortlich.

Schliesslich sei das Budget bei den Bauten generell etwas überschritten worden. «Sie wissen wie es ist, wenn man ein Haus baut. Es gibt immer gewisse Kostenüberschreitungen von vielleicht zehn Prozent», erklärt Bernhard gegenüber Radio SRF. Generell habe man die Ausgaben aber im Griff gehabt, die Einnahmen seien das Problem gewesen.

Das Geld ist unterwegs

Peter Bernhard versucht die Wogen nun zu glätten. Das Geld sei unterwegs zu den Lieferanten. In den nächsten Tagen würden die Gläubiger wie Catering- und Technikfirma zwei Drittel der in Rechnung gestellten Beträge erhalten, so das Versprechen. «Wir haben noch neue Geldgeber gefunden und das Kader der Oper Schenkenberg verzichtet auf einen Teil seiner Saläre», so Bernhard. Um wie viel Geld es konkret geht, will Bernhard weiterhin nicht sagen. «Wir haben Stillschweigen vereinbart mit allen Beteiligten.»

Trotz der negativen Schlagzeilen will Peter Bernhard seine Projekte voran treiben. 2016 plant er die nächste Freilichtoper. Diese soll in Brugg stattfinden. Peter Bernhard weist den Vorwurf zurück, er und sein Team arbeiteten unprofessionell. «Dass wir bereits drei Jahre vorher mit der Planung beginnen, zeigt ja, dass wir professionell arbeiten. Alles andere wäre unprofessionell.»

Der «Betrieb Oper Schenkenberg» sei aber ein Verein. Gewinn dürfe man deshalb keinen machen, Rückstellungen seien kaum möglich. «Wir machen nur alle paar Jahre einen Event. Wir verdienen also in der Zwischenzeit kein Geld, das wir irgendwo bunkern könnten», erklärt Bernhard.

Nächste Produktion mit kaufmännischem Direktor

Bernhard kontert also die Kritik seiner Gläubiger. Trotzdem: Für die Zukunft will sich der Intendant besser absichern. Man werde das Budget für die Oper 2016 «noch genauer» anschauen, verspricht Bernhard. Und: «Wir haben die Stelle eines kaufmännischen Direktors geschaffen». Bernhard will sich auf die künstlerische Leitung fokussieren, eine Art Geschäftsführer soll ihn in organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten entlasten.

«Das kostet Geld. Wir haben bisher halb-ehrenamtlich gearbeitet, jetzt haben wir einen Profi engagiert, der dafür auch etwas verlangen wird», gibt Bernhard zu bedenken. Trotzdem wolle man diesen Schritt wagen. Er dürfte auch notwendig sein, um das Vertrauen der Lieferanten wieder herzustellen und damit die Zukunft der Oper Schenkenberg zu sichern.

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