Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn Pädagogische Hochschule muss Theorie und Praxis besser verbinden

Seit Herbst 2013 steht die Pädagogische Hochschule der FHNW in der Kritik. Das oberste Gremium der Fachhochschule Nordwestschweiz kommt nun in einer 70 Seiten starken Analyse zum Schluss, dass die PH grundsätzlich auf einem guten Weg ist. Es gibt jedoch Verbesserungspotenzial.

Der neue Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch.
Legende: Seit 2006 gibt es die Pädagogische Hochschule der FHNW. Es ist die grösste PH der Schweiz mit 3500 Studierenden. SRF

Im Herbst 2013 sorgte eine Umfrage des Verbandes der Dozierenden für Aufregung an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Darin wurde die Strategie der PH, die Akademisierung, die Organisations- und Führungsstruktur kritisiert. Auch die Kommunikations- und Mitwirkungskultur wurde bemängelt. Die Umfrage kam zum Schluss, dass die Hälfte der Dozierenden die PH am Liebsten verlassen würde.

Besserer Bezug von Theorie und Praxis

Auf diese heftigen Vorwürfe reagierte Ende des Jahres das oberste Gremium der FHNW, der Fachhochschulrat. Der Rat berief einen eigenen PH-Ausschuss, welcher eine umfassende Analyse in Angriff nahm. Im Abschlussbericht hält der Ausschuss nun fest, dass die PH strategisch auf dem richtigen Weg sei. Die schwierige Aufgabe, aus acht Institutionen aus vier Kantonen die grösste Pädagogische Hochschule der Schweiz zu bilden, sei seit 2006 gut gelungen.

Die Sichtung zahlreicher Dokumente und die Gespräche mit allen Beteiligten, auch der Kantone, habe jedoch auch Verbesserungspotenzial ans Licht gebracht, hielt Ausschuss-Leiter Hans Georg Signer am Dienstag gegenüber Radio SRF fest. Neben der zu komplexen Organisationsstruktur nennt Signer vor allem die noch mangelhafte Verbindung zwischen Theorie und Praxis als grosse Aufgabe für die Zukunft: «Das Geheimnis einer guten Lehrerausbildung ist, dass man diese beiden Bereiche gut aufeinander bezieht. Die PH macht hier schon vieles sehr gut, es gibt aber auch viel Entwicklungsmöglichkeiten».

Der Direktor der PH ist zufrieden

Insgesamt vier strategische Empfehlungen will der Fachhochschulrat nun mit dem Direktor der FHNW und mit der Pädagogischen Hochschule gemeinsam bis Ende Jahr konkretisieren. Dazu kommen 24 praktische Empfehlungen, mit deren Umsetzung sich die PH bis Ende 2015 befassen soll.

Der Direktor der Pädagogischen Hochschule, Hermann Forneck, freut sich über den positiven Grundtenor des Berichts. Gegenüber Radio SRF betont er, dass er einen neuen Schwerpunkt auf den Stellenwert und die Sichtbarkeit der Lehre setzen will. Bei der verbesserten Verbindung von Theorie und Praxis sei schon viel passiert und diese Punkte will er nun weiter ausbauen und stärken.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Quenzer, Wettingen
    Leider wird nicht wissenschaftlich ausgebildetes Personal an der PH FHNW oft als Personal zweiter Klasse betrachtet und auch so behandelt; auch die Unzufriedenheit dieser Gruppe sollte untersucht werden. Als ehemaliger Leiter Services der PH FHNW und Mitglied der Hochschulleitung kann ich die Kritik an der Strategie der PH und vor allem an der Akademisierung gut verstehen. Es ist zu hoffen, dass sich die Situation mit einem neuen Direktor ab Mitte 2015 verbessern wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen