Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn Panne auf Baustelle: Todesurteil für 7000 Forellen in Birmenstorf

Am 17. August bemerkten die Betreiber der Forellenzucht an der Reuss bei Birmenstorf mehrere tote Tiere. Schnell war klar, dass ein Zusammenhang mit der Baustelle auf der Autobahnbrücke über der Fischzucht besteht. Die Behörden schlossen die Zucht sofort. Am Dienstag wurden alle Tiere getötet.

Legende: Video Fischsterben wegen Sanierungsarbeiten abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.08.2015.

Mehrere Fische sind bereits verendet, die restlichen rund 7000 Forellen wurden am Dienstag durch Strom getötet. Tiergerecht mit Hilfe von Strom, wie der Birmenstorfer Forellenzüchter Roman Hufschmid gegenüber Radio SRF betont. Er bestätigt damit eine Online-Meldung der Zeitung «Reussbote».

Doch warum wurden die Tiere vergiftet? Die Weiher der Forellenzucht liegen neben der Reuss, direkt unter der Autobahnbrücke. Diese wird zur Zeit saniert. Dabei wird Zement-Putz abgeschliffen. Kleine Teile dieses Verputzes sind in den Weiher gelangt und wurden von den Forellen gefressen.

Das Geld ist unwichtig. Wichtig ist der Verlust, die schöne Anlage und vor allem die Tiere, die daran glauben mussten. Das ist schlimm.
Autor: Roman HufschmidFischzüchter Birmenstorf

Das Resultat: Die Fische wurden vergiftet. Als das Problem erkannt war, analysierten das Aargauer Amt für Umwelt, die Lebensmittelkontrolle und ein Fischtierarzt die Situation vor Ort.

Schnell war klar: Für die Umwelt besteht keine Gefahr. Doch den Fischen in den Weihern kann nicht geholfen werden. Und sie dürfen auf keinen Fall verspeist werden. Dem Züchter blieb nichts anderes übrig, als die restlichen rund 7000 Forellen, rund 4 Tonnen Fisch, zu töten. Das Areal muss nun fachgerecht gesäubert werden. Der Züchter rechnet mit bis zu zwei Jahren, bis er wieder so weit ist wie vor dem Vorfall.

Es ist ein Fehler passiert mit sehr bedauerlichem Ausmass für die Fische und die Inhaber der Zucht.
Autor: Esther WidmerSprecherin Astra

Doch wie konnte es überhaupt zum Fischdrama kommen? Damit keine Partikel in die Umwelt gelangen, sollte auf der Baustelle eigentlich nach strengen Vorschriften ein Zelt aufgespannt werden.

Doch hier habe etwas offenbar nicht korrekt funktioniert, wie Esther Widmer vom Bundesamt für Strassen (Astra) gegenüber Radio SRF ausführt. Das Astra als Bauherrin will nun untersuchen, wem genau der verheerende Fehler passiert ist. Auch vonseiten des Kantons wird der Vorfall untersucht.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Sascha Barrer, Gunzgen
    Mit einem BetonX wäre dies nicht passiert. Unserer Umwelt zuliebe ! Es muss dringend etwas für unsere Umwelt getan werden, damit solche „Unfälle“, welche kostspielig für alle Beteiligten sind, vermieden werden können. Schliesslich wollen unsere Kinder morgen auch noch frisches Wasser und gesunden Fisch geniessen können
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Müller, Binningen
    Liebe Frau Sutter, Sie müssen auch fragen: wer war erst da, die Autobahn, oder die Fischzucht? Z.B. in Allschwil (BL) wurde eine Ueberbauung BEWILLIGT, trotz einer Schiessanlage die seit Jahrzehnten dort in Betrieb war, die Klagen des Schiesslärms wegen waren vorprogrammiert, genau dasselbe bei Ueberbauungen in Rutschhängen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Regina Fürst, Chur
    Für die Fische war es tödlich und für die Menschen besteht keine Gefahr...? Blei, Nitrit, Zink, Beton und Plastikpartikel... Danke, liebe Umwelt, dass du so grossartiges vollbringst, uns Menschen trotz all den erhöhten Werten gesund zu erhalten.... Wäre die Fischzucht nicht gewesen, würde niemand davon erfahren, dass 'Partikel' in die Umwelt gelangt sind... Es geht eben nur um die Kohle und wir werden nur angelogen. Wichtig ist, dass der kleine Bürger sich umweltgerecht verhaltet und bezahlt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen