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Aargau Solothurn Prekäre Umstände in Aargauer Heim für abgewiesene Asylbewerber

Drei Dutzend abgewiesene und ausreisepflichtige Asylbewerber leben in einer Unterkunft in Holderbank im Kanton Aargau unter prekären Umständen mit schimmligen Bädern und Wänden voller Algen. Das sei «auf die Dauer kein Zustand», räumt das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ein.

Mangels Alternativen müsse jedoch im Augenblick auch eine solche Liegenschaft genutzt werden, sagt Balz Bruder, Mediensprecher des DGS, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Schimmlige Wand
Legende: Schimmlige Wände finden sich in der Asylunterkunft im aargauischen Holderbank zuhauf. Colourbox (Symbolbild)

Das Onlineportal «watson», Link öffnet in einem neuen Fenster veröffentlichte am Montag einen Bericht über die Zustände im zweistöckigen Haus an der Hauptstrasse in Holderbank. Auf Bildern, Link öffnet in einem neuen Fenster sind sanitäre Räume mit Algen und Schimmel an den Wänden sowie Decken zu sehen. Auch die Küche sieht auf den Fotos sehr schmutzig aus.

Man wisse um den Zustand der Liegenschaft, sagt Baz Bruder gegenüber Radio SRF. Es sei auch nicht neu, dass die Unterkunft in Holderbank Probleme bereite. Man werde die Mängel beheben und hoffe, dass die Asylbewerber die Hausordnung, sprich Sauberkeit und Ordnung, auch einhalten, so Bruder im Interview.

Die Liegenschaft ist nicht in einem optimalen Zustand. Wir werden die Mängel beheben und hoffen auf die Mitarbeit der Asylbewerber.
Autor: Balz BruderSprecher Aargauer Sozialdepartement

Bessere Infrastruktur nötig

Die Liegenschaft werde immer wieder instand gestellt, hält Bruder fest: «Die Zustände, die da abgebildet sind, sind auf die Dauer nicht haltbar.»

Wenn die Infrastruktur besser wäre, wäre es einfacher Sauberkeit und Ordnung gewährleisten zu können. Die Leute, die im Haus lebten, würden jedoch «nicht unwesentlich dazu beitragen, dass es so aussieht».

Man habe in den kantonalen Unterkünften das Prinzip, dass die Leute grundsätzlich selber für Ordnung und Sauberkeit zuständig seien. Dieses Prinzip bewähre sich in der Regel sehr. Es gebe selbstverständlich auch in Holderbank eine Hausordnung, hielt der Mediensprecher des Departements von Susanne Hochuli fest.

Unterkunft in Holderbank soll abgelöst werden

Der Kanton Aargau betreibt in Holderbank und in Oftringen je eine Unterkunft für abgewiesene Asylsuchende. Jede Person hier erhält nur noch Nothilfe – 7.50 Franken pro Tag.

Der Kanton ist seit mehr als zehn Jahren Mieter des Hauses in Holderbank. Die Polizei führte mehrfach Kontrollen durch und stellte Drogen sicher.

Der Kanton möchte die Notunterkunft in Holderbank in absehbarer Zeit schliessen. Er plant Grossunterkünfte mit einer separaten Unterbringung von ausreisepflichtigen Asylsuchenden.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    "...und hoffen auf die Mitarbeit der Asylbewerber...!" (Zitat aus obigem Bericht). Die "Asylanten" tragen wahrscheinlich eine gehörige Portion Mitschuld, an den desolaten und ungeputzten Räumlichkeiten im Haus! Immer wieder (auch in Sozialwohnungen der Gross-Städte) sind die Bewohner offenbar nicht einmal in der Lage ihre Gratiswohnungen einigermassen in Ordnung und sauber zu halten! Lieber kritisieren die "Gutmenschen" und deren Loby den Hausbesitzer, und verwöhnen die "Bewohner" mit Mitleid!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Dann soll man doch diese Asylanten einfach ausweisen, die Unterkünfte sanieren und dann nur noch Flüchtlinge aus Kriegsländern einquartieren. Oder die Asylsuchenden könnten bei der Renovation mithelfen und so den Staat finanziell und personell entlasten helfen.
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