Geplanter Abriss Reformierte Kirche Turgi soll geschützt werden

Die reformierte Kirche in Turgi bei Baden ist aus den 60er-Jahren. Unter anderem sind die Heizung, das Dach, die Glocken des Kirchturms in schlechtem Zustand und müssen saniert werden. Die Kirchpflege wollte die Kirche abreissen und neu bauen. Nun soll die Kirche geschützt werden.

Luftaufnahme der Kirche

Bildlegende: Die reformierte Kirche von Turgi wurde 1960 eröffnet. Sie soll geschützt werden. Wikimedia Commons/Lutz Fischer-Lamprecht

Die Vorgeschichte: Die reformierte Kirche Turgi ist weit über die Gemeinde hinaus bekannt. Nicht wegen ihrer besonderen Schönheit, sondern weil ihr geplanter Abriss Schlagzeilen machte. Die Kirchpflege wollte die Kirche 2012 abreissen und neu bauen. Weiter sollten auf dem Areal Alterswohnungen entstehen.

Dagegen gab es Widerstand. Befürworter und Gegner der «Abriss-Idee» stritten sich heftig. 2012 folgte dann die vom Gemeinderat verhängte Bausperre. Das Ziel: Prüfen, ob die Kirche schützenswert ist.

Der Zwischenschritt: Der Kanton nahm die Kirche ins Bauinventar auf. Das heisst, Turgi muss vorsichtig mit dem Kirchenbau umgehen. Die Gemeinde liess deshalb mit Gutachten prüfen, ob die Kirche baulich und mit Blick aufs Ortsbild schützenswert ist.

Ja zum Schutz: Der Gemeinderat ist nun der Ansicht, dass die Kirche, zusammen mit der katholischen Kirche und anderen Objekten unter Schutz gestellt werden soll. Er hat deshalb die Bau- und Nutzungsordnung angepasst, berichtet die Aargauer Zeitung.

«Die beiden Kirchen bilden einen Gegenpol, gleich gegenüber voneinander, auch das zählt für den Schutz», erklärt Gemeindeammann Adrian Schoop den Entscheid gegenüber Radio SRF.

Gastro in der Kirche: Der Gemeinderat hat mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung auch die Vorschriften für die Zone der Kirche geändert. Neu sind auch Kunstateliers oder gar Gastro-Angebote in der reformierten Kirche möglich. So könne man allen etwas entgegenkommen, sagt Gemeindeammann Adrian Schoop.

Nun folgt die Mitwirkungsphase danach die Prüfung durch den Kanton. Das letzte Wort zu den Plänen des Gemeinderates hat die Gemeindeversammlung. Dies sei aber frühestens im Herbst 2018 der Fall, sagt Adrian Schoop weiter.

Zeitlicher Ablauf

  • Januar 2017: Neue Bau- und Nutzungsordnung vorgestellt
  • Mitwirkungsverfahren startet, Einwohner können ihre Meinung dazu sagen
  • Kanton muss alles prüfen
  • Einwendungsverfahren startet
  • Gemeindeversammlung frühestens im Herbst 2018