Raubtierpark Subingen René Strickler kündigt Wegzug an

Am Montag kündigte René Strickler an, mit seinen Raubkatzen nach Crémines umzuziehen. Man wolle dort die Immobilien und Anlagen der Siky Ranch übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Allerdings dauert es noch ein wenig, bis Kauf und Umzug wirklich vollzogen werden.

Seit Jahren beschäftigt der Streit zwischen dem Grundbesitzer in Subingen und dem Tierpark-Betreiber René Strickler die Justiz. Hier eine kleine Übersicht:

  • 2003: René Strickler richtet in Subingen den Raubtierpark ein.
  • 2009: Die Vermieterin kündigt den Vertrag, daraufhin gibt es zwei Mieterstreckungen.
  • 2014: Es gibt einen Vergleich – Strickler verpflichtet sich, bis Ende 2015 zu gehen.
  • März 2016: Das zuständige Amtsgericht ordnet die Räumung des Tierparks per Juli 2016 an.
  • Mai 2016: Das Solothurner Obergericht bestätigt das Urteil des Amtsgerichts.
  • August 2016: René Strickler scheitert auch noch vor dem Bundesgericht.
  • November 2016: Der Park ist noch nicht geräumt. Strickler bringt die Siky Ranch ins Spiel.
  • März 2017: René Strickler kündigt die Übernahme der Siky Ranch und den Wegzug von Subingen an.
Ein Mann vor dem Gitter berührt einen Tiger

Bildlegende: Im Herbst sollen die Raubkatzen von René Strickler aus Subingen wegziehen. Keystone

Ist dies nun wirklich das letzte Kapital im Streit um den Raubtierpark in Subingen? Am Montag kündigte die Raubtierpark Subingen AG an, die Immobilien und Anlagen der Siky Ranch in Crémines per 1. Juni zu übernehmen. Man habe eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben, heisst es auch seitens Siky Ranch. Die Raubtierpark AG wolle dazu ihr Aktienkapital um zwei Millionen Franken erhöhen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Bei der Besitzerin des Landes in Subingen, der Espace Real Estate AG, hatte man am Montagmorgen noch keine Kenntnis eines Umzuges. Auch das zuständige Oberamt Region Solothurn, welches die Zwangsräumung durchsetzten sollte, war noch nicht informiert. Ein Umzug im Herbst wäre eine nachhaltige Lösung, heisst es. Von einer Räumung des Areals würde man daher wohl absehen – auch weil für die Tiere weiterhin keine anderen Plätze gefunden wurden.

Millionen für Übernahme und Umbau

Die finanziellen Mittel der Raubtierpark AG für Kauf und Umbau der Siky Ranch stammten von Aktionären, die anonym bleiben möchten, erklärt Werner Ballmer, Verwaltungsratspräsident des Raubtierparks. Es seien dieselben Personen, welche Geld gesprochen hätten, um das Land am heutigen Standort in Subingen zu kaufen.

Zwei Millionen Franken reichten aber wohl nicht aus für Übernahme und Umbau der Siky Ranch, gibt Ballmer zu.

«  Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, ein solches Projekt zu finanzieren. »

Werner Ballmer
Verwaltungsratspräsident Raubtierpark Subingen AG

Es sei möglich, dass der Umbau gestaffelt durchgeführt werde, so Ballmer. Zudem gebe es in Crémines bestehende Anlagen, in welchen vor einigen Jahren bereits Tiger und Löwen gehalten wurden. Das Umbauprojekt soll bis im April ausgearbeitet sein.

Problem Weissensteintunnel?

Die Siky Ranch ist mit dem Zug gut erreichbar. Sie liegt direkt neben einer eigenen Haltestelle an der Linie Solothurn – Moutier. Von Solothurn reist man mit der Bahn in knapp 20 Minuten an.

Diese schnelle Reise wird aber ab 2020 gestört, wenn der Weissenstein-Bahntunnel saniert wird. Für die Totalsanierung wird der Tunnel eineinhalb Jahre gesperrt. Besucher, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, müssen daher einen grösseren Umweg in Kauf nehmen. Verwaltungsratspräsident Werner Ballmer lässt sich davon nicht stören. Man plane langfristig, eine kurze Zeit ohne ÖV-Anbindung aus Solothurn sei verkraftbar.