«Schräge Sorten kommen manchmal sehr gut an»

14 Jahre lang war Mathias Adank der Chef des beliebtesten Schweizer Chips-Unternehmens. Ende Jahr geht der 63-Jährige nun als Chef der Zweifel Pomy Chips AG in Spreitenbach in Pension. Im Rückblick auf seine Karriere ist Adank zufrieden. Bis auf eine Sache.

Adank mit einer Packung Paprika-Chips vor der Fabrik in Spreitenbach.

Bildlegende: Die Schweiz steht auf Zweifel-Chips, besonders mit Paprika-Geschmack. Firmenchef Adank bevorzugt persönlich «Nature». Barbara Meyer / SRF

Es ist einer seiner letzten Arbeitstage. Mathias Adank muss denn auch viele Hände schütteln auf dem Rundgang durch seine Pommes Chips-Fabrik. Die Mitarbeiter seien ihm ans Herz gewachsen, betont Adank im Gespräch mit dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF. Der Umgang ist respektvoll und der scheidende Chef betont, dass er selbst am Fliessband «eine absolute Null» sei.

Im Ausland will es nicht klappen

Auf den Ausbau der Produktion in Spreitenbach ist der 63-Jährige besonders stolz. Ebenso auf die wachsenden Umsatzzahlen seit seinem Antritt vor 14 Jahren.

Noch nicht wirklich geschafft hat Adank den Sprung ins Ausland. Der Export-Handel komme einfach nicht in Schwung, meint der sichtlich enttäuschte Chips-Chef. Zwar steigen die Exportzahlen stets leicht. Aber Adank träumte bei seinem Amtsantritt von einem Export-Anteil von 10 Prozent, und davon sei man «noch weit entfernt».

Immerhin: Im Schweizer Markt läuft es immer noch gut. Für das laufende Geschäftsjahr sehe es sogar nach einem neuen Umsatz-Rekord aus. Dem heissen Sommerwetter sei Dank. Die Abhängigkeit vom Wetter gehöre zum Geschäft einfach dazu, so Adank.

«Gesunde» und «schräge» Sorten laufen gut

«Im Gegensatz zum Ausland, wo Chips vor allem vor dem Fernseher gegessen werden, lieben die Schweizer nun mal Chips zum Bräteln.» Da Zweifel in Spreitenbach sehr kurzfristig produziere, könne man auf Wetter- und damit Absatzschwankungen flexibel eingehen.

Bleibt noch die heikle Frage nach der Gesundheit. Mathias Adank wehrt sich gegen den Vorwurf, seine in Öl frittierten Kartoffeln seien nicht gesund. Zweifel verwende nur gesunde Rohstoffe, betont der scheidende Chef. Und: Wer gesund lebe, der könne sich durchaus mal ein paar Chips genehmigen.

Das steigende Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten spürt Zweifel aber auch. Fettreduzierte Sorten oder solche mit Vollkorn-Anteil werden gut gekauft. Neben diesen «gesunden» Sorten und den bekannten Klassikern laufen immer wieder auch eher «schräge» Sorten erstaunlich gut. Zum Beispiel die Chips mit Cervelat-Geschmack als Special zur Fussball-Europameisterschaft.

Und manchmal entwickeln sich Sorten, an die auch Mathias Adank nicht wirklich glaubte, sogar zum Verkaufsschlager. Bei den klassischen Chips sei die englisch angehauchte Sorte mit Essig-Geschmack inzwischen das beliebteste Produkt hinter Paprika und Nature. «Damit habe ich nicht gerechnet.»

Zweifel in Kürze

Laufband in der Chips-Fabrik

SRF3/Claudia Herzog

  • Rund 370 Mitarbeiter
  • Rund 6000 Tonnen Chips pro Jahr
  • Rund 1700 sonstige Snacks pro Jahr
  • Rekordumsatz bisher: 210 Millionen Franken
  • Umsatz 2014: 208,6 Millionen Franken
  • Fabrik in Spreitenbach, Büros in Zürich