Sohn ersticht Vater – Prozessauftakt im Mordfall Hägendorf

Ein 19-jähriger Schweizer, der seinen Vater Anfang 2012 in Hägendorf SO mit mehreren Messerstichen getötet hatte, muss sich seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. Der Angeklagte gestand die Bluttat. Er befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug.

Gemäss Anklageschrift hatte der junge Mann am Abend des 15. Januar 2012 zu Hause in der gemeinsamen Wohnung mehrmals mit einem Messer auf seinen Vater eingestochen. Er war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Die zahlreichen Stichverletzungen führten zum Tod des 43-jährigen Vaters. Das Messer wurde sichergestellt.

Gerichtshammer

Bildlegende: Der Angeklagte hat die Tat gestanden, das Gericht muss das Strafmass bestimmen. Colourbox

Hintergrund der Bluttat dürfte gemäss Staatsanwaltschaft ein familiärer Konflikt gewesen sein. Die Anklage lautet auf Mord oder eventuell auf vorsätzliche Tötung. Der Strafantrag wird erst im Laufe des Prozesses bekannt. Der Angeklagte leidet offenbar an psychischen Störungen. Darauf weist ein psychiatrisches Gutachten hin.

Bankkarte des Vaters gestohlen

Der junge Schweizer muss sich vor Gericht noch wegen weiterer Straftaten verantworten. Er ist zusätzlich wegen Diebstahls und versuchten betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage angeklagt. Er hatte das Portemonnaie des getöteten Vaters entwendet und versucht, mit der Bankkarte Geld abzuheben. Er muss sich ferner wegen Marihuanakonsums verantworten.

Auf der Flucht verhaftet

Der Sohn war zwei Tage nach der Bluttat in der Region Lausanne verhaftet worden. Einen Tag zuvor war der Vater bei der Polizei als vermisst gemeldet worden. Als die Polizei in dessen Wohnung nachschaute, fand sie den Mann tot vor. Für die Polizei deutete vieles darauf hin, dass der Sohn der mutmassliche Täter sein könnte. Der Prozess dauert voraussichtlich zwei Tage. Das Urteil wird am 29. November eröffnet.