Solothurn tritt einen Nationalratssitz an den Aargau ab

Dank den Deutschen und den Zürchern darf der Kanton Aargau bei den nächsten nationalen Wahlen einen zusätzlichen Nationalrat nach Bern schicken. Dafür müssen die Solothurner einen Sitz abgeben. Die Regierung nimmts gelassen.

Nationalratssaal

Bildlegende: Ab 2015 sitzen 16 Aargauer und nur noch 6 Solothurner im Nationalrat. Keystone

Seit 2006 wächst der Kanton Aargau konstant: Jedes Jahr kommen fast 10‘000 Neuzuzüger in den Aargau. Das wirkt sich nun auch auf die Sitzverteilung im Nationalrat aus. Gemäss den jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik darf der Aargau ab 2015 einen zusätzlichen Nationalrat nach Bern schicken und kommt neu auf 16 Sitze. Der Kanton Solothurn muss dafür einen abgeben. Das berichtet die «Aargauer Zeitung» am Mittwoch.

Zürcher und Deutsche verhelfen zu Sitz

Ausschlaggebend für das Bevölkerungswachstum im Aargau seien mehrere Faktoren, erklärt Thomas Schaub, stellvertretender Leiter der Kantonsstelle «Statistik Aargau». Er stützt sich auf die Zahlen aus dem Jahre 2011. Dort zeigt sich, dass insgesamt 3400 Ausländer in den Aargau zogen.

Den grössten Anteil machen die Deutschen aus, bestätigt Staub. Mitgezählt werden hier auch Asylbewerber mit Kurzaufenthaltsbewilligungen von mindestens 12 Monaten. Sie zählen ebenfalls zur ständigen Wohnbevölkerung und haben Einfluss auf die Mandatsvergabe im Nationalrat.

Das Bevölkerungswachstum hat aber auch mit dem Zustrom aus anderen Kantonen zu tun: Total sind das 2600 Neuzuzüger. Der grösste Teil davon stammt aus dem Kanton Zürich. Bei der Aargauer Regierung ist man erfreut über den zusätzlichen, 16. Sitz im Nationalrat, erklärt deren Sprecher Peter Buri.

Kanton Solothurn sieht auch Vorteile

Der Kanton Solothurn hingegen wird voraussichtlich einen Sitz verlieren und nur noch sechs Nationalräte stellen können. Frau Landammann Esther Gassler bedauert dies, sieht aber nicht nur Nachteile. Wenn ein Kanton so stark wachse, könne dies auch zu Problemen führen. Und: «Wir verlieren unseren Sitz an den Nachbarkanton Aargau. Dieser kenne ja unsere Sorgen und Nöte», erklärt Gassler und meint, dies mache den Verlust etwas weniger tragisch.