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Aargau Solothurn Solothurner Filmtage: Provokatives zum 50. Geburtstag

Schwarz und gelb: Das waren 14 Jahre lang die Farben der Solothurner Filmtage. Nun ändert sich das. Die 50. Solothurner Filmtage bringen Farbe in die Plakate, das sei nötig gewesen, findet die Direktorin. Und zum Jubiläum dürfen sich die Besucher ihren «Lieblings-Klassiker» aussuchen.

Welcher Film gefällt Ihnen am besten? «Das Boot ist voll» von Markus Imhoof, oder «Grounding» von Michael Steiner? An den kommenden Solothurner Filmtagen können die Besucher aus 14 Schweizer Klassikern auswählen, und der Sieger wird schliesslich auf Grossleinwand gezeigt. Details dazu folgen noch. Das ist eine der Besonderheiten der Filmtage 2015.

«Nackte Tatsachen» auf einem Plakat

Zum 50. Geburtstag wird aber nicht nur der Inhalt der Filmtage geändert, sondern auch das Äussere. Gemeint sind die Farben gelb und schwarz, welche zum Erkennungsmerkmal der Filmtage geworden sind.

14 Jahre lang hat man mit diesen Farben gearbeitet. Das wollten wir ändern.
Autor: Seraina RohrerDirektorin Solothurner Filmtage
Filmtageplakat
Legende: Eine Collage mit dem Film «La dentellière» von Claude Goretta zum Jubiluäm der Filmtage. zvg

Die Plakate sind nun farbiger. Als Hintergrund dienen Szenen aus verschiedenen Schweizer Klassikern, und im Vordergrund eine – teils provokative – Szene aus einem weiteren Film «Ein Plakat beispielsweise zeigt zwei Männer mit Kamera und Mikrofon, einer davon ist nackt. Die Szene stammt aus ‹Verflixt verliebt› von Peter Luisi», erklärt Rohrer.

«Solothurn – einmal und nie wieder»

Provozieren, Kontroversen auslösen und darüber diskutieren. Darum geht es den Solothurner Filmtagen schon lange. Auch deshalb ist dieses Plakat ausgewählt worden. Seraina Rohrer erinnert auch an das Jahr 1981, als der Film «Züri brännt» gezeigt wurde. Daraufhin zündeten Besucher aus Zürich Rauchpetarden im Vorführraum, dem Landhaus.

In der ganzen Stadt wurden Wände verschmiert, auch das sorgte für viele Diskussionen. Und auch diese blieben nicht immer ruhig. Der Schweizer Film-, Theater- und Opernregisseur Daniel Schmid sagte einmal nach einer Diskussion, er werde nie mehr nach Solothurn zurückkehren.

Filmpromis pilgern nach Solothurn

Der Blick zurück ist Direktorin Seraina Rohrer wichtig. So werden die Solothurner Filmtage ab Mitte Januar 2015 zusammen mit Cinergy/Cineman.ch und Swiss Films ein umfassendes Onlineportal zum einheimischen Filmschaffen lancieren. Diese multimediale Nachschlagewerk soll einen Überblick geben über die Schweizer Szene. Es ist ein «nachhaltiges Geburtstagsgeschenk an den Schweizer Film», heisst es im Programm.

An den kommenden Solothurner Filmtagen vom 22. Bis 29. Januar 2015 werden auch Schweizer Filmgrössen erwartet. «Wir werden viele bekannte Gesichter einladen, mit ihnen feiern und diskutieren», erklärt Rohrer gegenüber Radio SRF.

Diese besondere Ausgabe der Filmtage lassen sich die Macher auch etwas kosten: Das Budget für den Anlass wie auch für das Onlineportal beträgt rund 700‘000 Franken.

Mehr dazu am Radio

Mehr dazu am Radio

Im «Regionaljournal» um 06:32 Uhr auf Radio SRF 1.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    In Solothurn wird also seit 50 Jahren alljährlich "provoziert"! Man könnte jeweils ruhig diese Filmtage unter den Slogan stellen: "La Suisse n'existe pas"! Bewährtes Kulturgut, unsere erfolgreichen Werte und alles Bodenständige hatten immer einen "schweren Stand": Provokative Kritik, extreme Ansichten, Randgruppenverherrlichungen, bis hin zu den grobartigen Verunglimpfungen von erfolgreichen (aber in den Medien verhassten) Parteien, waren stets die Hauptelemente und Absichten in Solothurn!
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