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Strassenbau Aargau Durchbruch bei der Umfahrung Mellingen

Es ist das vorläufige Ende eines jahrelangen Rechtsstreits: die Umweltverbände WWF und VCS ziehen ihre Beschwerden gegen die Umfahrung Mellingen zurück. Der Kanton kommt den Verbänden entgegen.

Regierungsrat Stephan Attiger betonte an einer Medienkonferenz, dass man sich beim Departement für eine Einigung ins Zeug legte. Wegen des hohen öffentlichen Interesses habe man nicht auf den erneuten Gerichtsentscheid warten wollen.

Lastwagen fährt durch Tor
Legende: Soll vom Verkehr entlastet werden: die Altstadt von Mellingen. SRF / Bruno von Däniken

Die Gemeinde Mellingen, das Verkehrsdepartement und die beiden Verbände haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Neu sollen unter anderem im Mündungsbereich Schwarzgraben-Reuss beide Gewässer aufgewertet werden. Ausserdem soll der Bach Franzosengraben ausgedohlt und renaturiert werden.

Die lange Vorgeschichte

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16. November 2010: Der Grosse Rat des Kantons Aargau verabschiedet den Bau der Umfahrung Mellingen.

15. Mai 2011: In einer Volksabstimmung stimmen 60,1 Prozent der Stimmbevölkerung dem Kredit für die Umfahrung zu.

26. November 2015: Das kantonale Verwaltungsgericht hebt den Genehmigungsentscheid des Regierungsrats für den Abschnitt 1 auf. Dies nach einem Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission. Daraufhin ändert der Kanton das Projekt ein erstes Mal.

13. Oktober 2016: Das Bundesgericht gibt den Umweltverbänden WWF und VCS recht und hebt die Genehmigung des Regierungsrats auch für den Abschnitt 2 der Umfahrung auf.

12. Dezember 2017: Das Projekt wird erneut geändert, es braucht aufgrund der Gerichtsentscheide eine Änderung des Richtplans.

17. Januar 2018: Der Regierungsrat genehmigt das geänderte Projekt, WWF und VCS reichen erneut Beschwerde ein.

Ausserdem soll es zusätzliche bauliche Massnahmen geben, die den Verkehr in der Altstadt auf maximal 1'500 Fahrzeuge pro Tag senken. Im ursprünglichen Projekt waren weiterhin 5'000 Fahrten durch die Altstadt vorgegeben.

Flusslandschaft
Legende: Die geschützte Reusslandschaft heute. In Zukunft führt hier eine Brücke der Umfahrung über den Fluss. SRF / Stefan Ulrich

Damit ist das Projekt, das 37 Millionen Franken kostet, rechtskräftig. Die Umfahrungsstrasse soll das Reussstädtchen Mellingen im Bezirk Baden vom Durchgangsverkehr entlasten. Jeden Tag fahren rund 15'400 Fahrzeuge durch die Altstadt mit ihrem Ortsbild von nationaler Bedeutung.

So geht es jetzt weiter

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Das Aargauer Verkehrsdepartement will nun sofort beginnen das Land für die Umfahrung zu kaufen. Dieses Verfahren dauere voraussichtlich bis Ende 2019.

Ab Frühling 2020 sollen die Bauarbeiten vergeben werden. Voraussichtlicher Baubeginn wäre demnach im Frühjahr 2021.

Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren. Demzufolge könnte die Umfahrung 2023 oder 2024 eröffnet werden.

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