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Legende: Audio In Kestenholz entsteht ein ganz neuer und gesunder Wald – eine Reportage abspielen. Laufzeit 03:13 Minuten.
03:13 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 15.04.2019.
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Sturm Burglind Der Wald im Kanton Solothurn wird fit gemacht für den Klimawandel

  • Weniger Buchen und Tannen, dafür mehr Eichen, Hagebuchen, Lärchen und Douglasien – so soll der Wald der Zukunft im Kanton Solothurn aussehen.
  • Sturm Burglind bietet für die Umwandlung des Waldes eine Chance. Er legte auf ca. 200 Hektaren den Wald flach. Dort wächst nun Neues. Auf 130 Hektaren wird aufgeforstet, auf 70 Hektaren lässt man die Natur gewähren.
  • Der Regierungsrat hat 84 Projekte für die Wiederherstellung des Waldes bewilligt. Dies und die Reparatur von Waldwegen kostet 3 Millionen Franken, davon bezahlt der Kanton 2 Millionen.

Der Wintersturm war am 3. Januar 2018 über die Schweiz gefegt. Im Kanton Solothurn zerstörte Burglind auf 200 Hektaren Wald rund 70 Prozent einer jährlichen Holznutzung. Dies entspricht 125'000 Kubikmeter Holz.

Früher stand man hier auch bei strahlender Sonne im Schatten, es tut mir weh, den Wald nun so zu sehen.
Autor: Reto MüllerRevierförster Kestenholz

Überdurchschnittlich stark betroffen waren das Aaregäu sowie das Niederamt. Der grösste Schaden entstand in Kestenholz. Dort fällte der Sturm auf einer Fläche von 16 Hektaren fast jeden Baum. «Früher stand man hier auch bei strahlender Sonne im Schatten, es tut mir weh, den Wald nun so zu sehen», beschreibt Revierförster Reto Müller seine Gefühle. In diesem Revier (Oberes Gäu) fiel dem Sturm die viereinhalbfache Jahresnutzung zum Opfer, wie die Solothurner Staatskanzlei am Montag weiter mitteilte.

Ein Haufen von abgestorbenem Holz umgeben von Baumsetzlingen.
Legende: Neben den Baumsetzlingen sind auch Haufen von totem Holz ein wichtiger Teil des neuen Waldes. Sie bieten vielen kleinen Tieren einen Lebensraum. SRF

Waldeigentümer und Forstdienste sollen im Kanton nun auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren. Die alten Rezepte seien noch immer aktuell, hält das kantonale Amt für Wald, Jagd und Fischerei fest. Es gehe darum, eine möglichst breite Baumartenpalette anzupflanzen, um so das Risiko von Ausfällen zu verringern.

Eichen, Hagebuchen, Lärchen und Douglasien sollten bevorzugt hochgezogen werden. Diese Arten seien gegenüber Trockenheit und Wärme widerstandsfähiger. «Wir wollen eine grosse Diversität und Artenvielfalt», erklärt Regierungsrätin Brigitte Wyss.

Ein Mann mit einem karierten Hemd (links) und eine Frau mit blonden Haaren.
Legende: Revierförster Reto Müller und Regierungsrätin Brigitte Wyss pflanzen eine Eiche. SRF

Ein einzelner heisser und trockener Sommer sei für das Ökosystem Wald gemäss Kanton nicht problematisch. 2018 sei jedoch bereits der dritte extrem warme Sommer in kurzer Zeit gewesen. Die markante Zunahme der Sommerwärme seit den 1980er-Jahren sei ein klares Signal der laufenden Klimaänderung.

84 Projekte für den Wald

Die Wiederherstellung der vom Sturm geschädigten Waldflächen schreitet voran. Die Revierförster arbeiteten 84 Projekte für die Waldwiederherstellung sowie 28 Projekte zur Instandstellung von Waldwegen aus. Der Regierungsrat bewilligte die Projekte im März und stellte rund 2 Millionen Franken zur Verfügung.

Setzlinge auf einer Fläche, wo der Wald umgeworfen wurde.
Legende: Anstelle des Tannen-Nutzwaldes mit flachen Wurzeln und entsprechender Windanfälligkeit soll in Kestenholz ein vielfältiger Laubmischwald entstehen, der dem wärmeren Klima angepasst ist. SRF

Im Winter 2018/19 wurde gemäss Angaben des Kantons zum ersten Mal seit Menschengedenken an vielen Orten im Jura ein grossflächiges Absterben von alten, kräftigen Weisstannen beobachtet.

Im vergangenen Sommer warfen die Buchen aufgrund der Trockenheit vorzeitig ihr Laub ab. Ob und wie sie die Trockenperiode überlebt hätten, werde man bald sehen. Als Folge der Schwächung durch Sturm und Trockenheit nahm der Borkenkäferbefall im Herbst 2018 massiv zu.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Wieso überlässt man den Wald nicht einfach sich selber? Er kann sich selber helfen und es werden Arten wachsen, die dem Klima und der Situation angepasst sind. Immer muss der Mensch rumbasteln. Wieso holt man mit der Douglasie eine nicht heimische Art rein? Die Gattung der Pseudotsuga ist seit der Eiszeit in Europa ausgestorben. Welche Konsequenzen auf das Ökosystem wird das langfristig mit sich bringen? Welchen Plan hat man z.B. für den Umgang mit der Gallmücke?
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  • Kommentar von Harry Francke (Harry Francke)
    Wow! 3 Millionen für 130 ha. Das entspricht ja einer Investition von ca. 2,30 Franken pro m2 einschliesslich der Reparatur von Wegen. Ist das realistisch?
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Also Experten gibt es genug in der Schweiz Herr Nanni, da braucht man eine Meinung aus RSA kaum. Wie nennen sich die Leute die die Hysterie über das Klima verbreiten? Ja, richtig es sind FORSCHER die aber tun als ob man schon alles kennt und beurteilen kann. Kutten (!!) verlangt nicht mehr zu fliegen. Geht`s noch? Man soll also keine Kinder mehr besuchen können wie die denn in den USA wohnen. Was sind das für Leute???
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