Tiefer Weinkonsum? Aargauer Winzer spüren keine Krise

Immer weniger Schweizer Konsumenten greifen zu inländischem Wein. Generell wurde 2012 wieder weniger Wein getrunken als noch 2011: ein Liter pro Kopf weniger oder total 36 Liter. Nicht betroffen von diesem Trend sind die Aargauer Winzer. Sie könnten teilweise gar noch mehr eigenen Wein verkaufen.

Rebberg oberhalb von Gebenstorf.

Bildlegende: Die Aargauer Winzer spüren keine Krise. SRF

Es sind deutliche Zahlen: Die Schweizer haben in den vergangenen 20 Jahren fast einen Drittel weniger inländischen Wein getrunken. Allgemein ging der Weinkonsum in der Schweiz zurück. 2012 waren es noch 36 Liter pro Kopf, rund ein Liter weniger als im Jahr zuvor. Die Aargauer Winzer spüren von diesen Trends jedoch nichts. Sie verzeichnen sogar eine grössere Nachfrage an einheimischen Weinen.

Den Grund dafür sieht der Aargauer Weinverband vor allem in der höheren Qualität. Die Winzer seien heute besser ausgebildet als noch vor 20 Jahren, sagte der Verbandspräsident, Peter Wehrli, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Ein weiterer Grund sei die Klimaerwärmung. Das wärmere Klima lässt die Trauben besser wachsen.

Aargauer trinken Aargauer Wein

Dass es mit dem Aargauer Weinbau aufwärts geht, hat auch der Aargauer Rebbaukommisär, Peter Rey, festgestellt. Viele Winzer könnten sogar noch mehr Wein verkaufen als sie produzieren. Den grössten Teil der rund zwei Millionen Liter trinkt dabei die Aargauer Bevölkerung selbst. Nur gerade zehn Prozent exportieren die Winzer in die anderen Kantone und ins Ausland.

Insgesamt arbeiten im Aargau rund 700 Winzer. Sie bauen auf einer Fläche so gross wie etwa 650 Fussballfelder Wein an. Für einen grossen Teil der Winzer ist der Wein ein Hobby. Aber auch sie haben sich in den vergangen Jahren weitergebildet, stellte Rebbaukommisär Peter Rey fest.