Tradition: 250 Jahre Marktrecht für Seetaler Dorf Seengen

Seengen im Aargauer Seetal feiert heute am traditionellen Herbstmarkt 250 Jahre Marktrecht. Dass ein Dorf und nicht eine Stadt das Marktrecht besitzt, mag überraschen. Das Recht ist geschichtlich bedingt und wurde 1763 von den «Gnädigen Herren von Bern» vergeben. Vor allem aus geografischen Gründen.

Marktstände

Bildlegende: Eindruck des Seenger Markts am Morgen des 5. Novembers 2013. Seengen besitzt seit 250 Jahren ein Marktrecht. zvg

Seit 250 Jahren findet in Seengen ein Markt statt, unterdessen jeweils im Frühling und im Herbst. Bis zu 100 Stände sind vor Ort. Die Besucher kommen aus der ganzen Region. Die Seenger Markttage sind für Schulkinder schulfrei.

Am 5. November feiert das Dorf das 250-jährige Marktrecht. Seit 1763 hat Seengen das Recht einen Vieh-, Landmaschinen- und Warenmarkt zu veranstalten. Der nächste Markt war damals in Lenzburg, Beromünster oder Hochdorf gelegen. Dorthin gelangte man nur nach einer längeren Reise. Deshalb beantragte Seengen 1763 das Marktrecht und erhielt es von den «Gnädigen Herren in Bern», als der Aargau noch Teil von Bern war.

Heute ist kein Vieh mehr zu sehen am Seenger Markt. Anlässlich des Jubiläums gibt es dafür einen Ausstellungsstand mit historischen Fotos, alten Landmaschinen und Kälbern. Der Seenger Markt habe heute einen anderen Stellenwert als früher, erklärt der stellvertretende Marktchef Adrian Müller im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. «Im Zeitalter von Internet und Ladenketten hat sich viel verändert. Wir hoffen aber an diesem Brauchtum festhalten zu können», so Müller weiter.