Bekenntnis zum Standort Trotz Restrukturierung: Zehnder bleibt Gränichen treu

Der Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder hat 2016 unter anderem den Brexit-Entscheid der Briten sowie vermehrten Preisdruck zu spüren bekommen. Die Profitabilität stand weiter unter Druck. Es stehen weitere Restrukturierungen an: Am Standort Gränichen gibt es aber keinen Abbau.

Firmengebäude mit der Aufschrift Zehnder Group

Bildlegende: Die Zehnder Gruppe hält am Standort Gränichen fest. SRF

Zehnder hat 2016 eine Flaute in wichtigen Märkten erlebt. Die Erträge aus Heizkörperverkäufen in Frankreich, Grossbritannien und der Schweiz schwächelten.

Gleichzeitig seien vermehrt die preiswerteren Modelle nachgefragt worden, teilt Zehnder am Montag mit. Das drückte auf die Profitabilität.

Kein Abbau in Gränichen

Zehnder hat daher weitere Massnahmen zur Restrukturierung ergriffen. Unter anderem wird die Produktion eines bestimmten Heizkörpers von Deutschland nach Polen verlagert. In Schweden werden zwei Standorte zu einem zusammengelegt. Zudem nahm Zehnder in Europa eine Wertberichtigung auf Anlagen zur Produktion von Heizkörpern vor.

Die rund 350 Arbeitsplätze in Gränichen seien aber nicht in Gefahr. Dies versichert René Grieder, CFO der Zehnder Gruppe, auf Anfrage von Radio SRF.

«  Der Standort Gränichen ist wichtig für uns. »

René Grieder
CFO Zehnder Gruppe

In Gränichen ist der Hauptsitz der Zehnder Gruppe. Zudem wurde hier im März 2016 ein neues Schulungszentrum eröffnet. Installateure, Planer und Architekten werden hier zu den neuesten Technologien im Heizungs- und Lüftungsbereich geschult. Aber auch ein Teil der Produktion ist in Gränichen.

So wird hier ein neuartiger Heizkörper aus Kunststoff gebaut. Dieser ist viel leichter als herkömmliche Heizkörper und daher deutlich einfacher zu installieren: «Das ist ein Zukunftsprodukt, bei dem wir viel Potential sehen», sagt Grieder.

«  Der Kunde kann bei uns genau wünschen, wie sein Heizkörper aussehen soll. »

René Grieder
CFO Zehnder Gruppe

Eine Spezialität in Gränichen sind die massgeschneiderten Heizkörper, welche bei Hausrenovationen oft gefragt seien, sagt Grieder: «Hier profitieren wir von einer grossen Flexibilität im Werk in Gränichen».

Lüftungen gefragt

«Die relevanten Märkte bleiben im laufenden Jahr anspruchsvoll», schreibt Zehnder in einer Medienmitteilung. Im Bereich der Lüftungen rechnet der Gränicher Konzern aber mit einer steigenden Nachfrage. Die Gruppe plant deshalb weitere Investitionen in diesem Geschäftsfeld.

So will Zehnder in der Nähe von Shanghai in eine neue Fabrik in investieren. Wegen der gravierenden Umweltverschmutzung verspricht sich die Zehnder-Gruppe in China Wachstum mit Lüftungen.

Jahresergebnis 2016

Der Reingewinn stieg von 0,3 Millionen im Vorjahr auf 28,1 Mio. Euro. Möglich war dies dank eines Liegenschaftsverkaufs in China. Der Verkauf eines alten Fabrikgebäudes in Peking hatte einen einmaligen positiven Effekt von 40,3 Mio. Euro auf das Betriebsergebnis, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Operativ hingegen sei Zehnder stark unter Druck.