Verwirrung um Löcher im AKW Beznau

Von rund 1000 Löchern im Reaktordruckbehälter von Beznau 1 ist die Rede in einem Artikel des «Tages Anzeiger». Die Prüfung mit Ultraschall habe gezeigt, dass es um das dienstälteste AKW der Welt viel schlechter steht als angenommen. Betreiberin Axpo beschwichtigt aber und das Ensi schweigt.

Der «Tages Anzeiger» stützt sich auf zwei voneinander unabhängige aber nicht genannte Quellen. Diese würden bestätigen, dass es in den Stahlwänden des Reaktordruckbehälters rund 1000 Löcher habe, mit Durchmessern um einen halben Zentimeter.

AKW Beznau

Bildlegende: Wie steht es um den Druckbehälter im AKW Beznau 1? Viele offene Fragen, wenig Antworten. Keystone

Auf Anfrage von Radio SRF beschwichtigt Beznau-Betreiberin Axpo sofort. Das sei nichts neues, heisst es dort, und von Löchern möchte die Axpo auch nicht sprechen. Stattdesen verwendet der Stromkonzern den Ausdruck «Unregelmässigkeiten» im Material.

Wie auch immer man die Befunde der Ultraschallprüfung des Druckbehälters nennen mag, sie betreffen den Kern des Atomkraftwerkes, den sensibelsten und heikelsten Teil des Kraftwerks. Das AKW ist zur Zeit vom Netz um die Materialbeschaffenheit des Reaktors vertieft zu prüfen.

Wieder in Betrieb gehen kann Beznau 1 erst, wenn die Kontrollbehörde Ensi grünes Licht dafür gibt. Die Axpo geht weiterhin davon aus, dass das Anfang 2016 erfolgen wird. Der Bericht des «Tages Anzeigers» legt nun nahe, dass das kaum möglich sein werde. Das Ensi allerdings hat sich bisher zu diesen neusten Fragen noch nicht geäussert.