Waldkindergärten im Aargau bleiben eine Seltenheit

Viele Gemeinden hätten gerne einen Waldkindergarten, doch die kantonalen Auflagen sind streng. Ein Kindergarten im Wald ist mit höheren Kosten sowie zusätzlichem Aufwand verbunden. Das Beispiel Aarau zeigt: Niemand kann sich das mehr leisten.

Kinder stehen mit Lehrerin im Wald

Bildlegende: Mit der Natur in Berührung kommen: Darum geht es bei einem Waldkindergarten. Keystone

In der Theorie klappt vieles, so auch die Erstellung eines Waldkindergartens im Kanton Aargau. Doch die Praxis zeigt: Ein Kindergarten im Wald ist viel teurer und aufwändiger als ein konventioneller.

Das hat auch die Stadt Aarau gemerkt: Der Einwohnerrat hat nämlich der Stadt den Auftrag gegeben, dass sie abklären soll, ob so ein Waldkindergarten eine Option ist. Die Stadt kommt zum Schluss: Nein, weil dieser mit grossen Mehrkosten verbunden wäre.

So bräuchte es beispielsweise dennoch einen Unterrichtsraum sowie einen Schulbus, der die Kinder in den Wald bringt. Weil die Rahmenbedingungen des Bildungsdepartements (BKS) so streng sind, kommt die Stadt Aarau zum Schluss, dass das BKS Waldkindergärten grundsätzlich ablehnt. Im Bericht steht: «Das BKS lehnt die Schaffung von Natur- und Bewegungskindergärten ab.»

Das stimme so nicht, erklärt Simone Strub vom BKS. Das BKS wolle Waldkindergärten sicher nicht verhindern, aber:

«  Einen Kindergarten zu ermöglichen, der zu 100 Prozent im Wald stattfindet, kann sicher nicht das Ziel sein. »

Simone Strub
Departement Bildung, Kultur und Sport Kanton Aargau

Den Gemeinden ist ein Waldkindergarten mit so vielen Auflagen auf jeden Fall zu teuer − gerade in Zeiten, in denen das Geld knapp ist.