«Wenn Private Fahrende aufnehmen, ist das eine gute Lösung»

Fahrende erhalten im aargauischen Würenlos einen offiziellen Durchgangsplatz. Speziell daran ist, dass nicht die Gemeinde diesen betreibt, sondern Privatpersonen. Dieses Modell interessiert über die Kantonsgrenzen hinaus.

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Privatplätze für Fahrende

2:56 min, aus Schweiz aktuell vom 24.9.2015

Wohnwagen

Bildlegende: In Würenlos besteht auf privatem Grund und Boden ein kantonaler Durchgangsplatz für Fahrende. (Symbolbild). Keystone

Seit vielen Jahren dürfen Fahrende ihre Wohnwagen bei einem Würenloser Bauernhof abstellen. Nicht ganz legal. Der Platz lag nämlich nicht in der Spezialzone Fahrende. Nun ist aber alles korrekt. Die Zone stimmt-

Denn die Gemeindeversammlung war einverstanden mit einer Zonenänderung und auch die offizielle Baubewilligung war kein Problem. Deshalb wird der Platz am 24. September mit einer kleinen Feier offiziell eingeweiht, schreibt die «Aargauer Zeitung».

Dass der Durchgangsplatz auf keinen Widerstand stiess, erklärt sich der Kanton Aargau damit, dass Privatpersonen dahinter stehen und nicht die Gemeinde. Auf Anfrage von Radio SRF heisst es, man hoffe, dass es in Zukunft noch mehr solche Initiativen von Privaten gebe. Denn diese Idee bewähre sich. Das Würenloser Modell stösst derweil auch über die Kantonsgrenze hinaus auf Interesse.

«  Wir wären offen für solche privaten Lösungen. »

Rolf Glünkin
Zuständiger für Fahrende, Kt. SO

Der grosse Vorteil sei, dass private Initiativen besser ankommen in der Bevölkerung als Initiativen vom Staat, so Rolf Glünkin weiter. Das heisst: weniger Einsprachen, weniger Widerstand.

Aber nicht immer, erfuhr der Kanton Solothurn am eigenen Leib. In Biberist hatte nämlich ein Bauer Hand geboten für einen Platz. Das Projekt musste man schliesslich begraben, da der Gegenwind in der Gemeinde zu gross war.

Dennoch möchte der Kanton Solothurn die Augen und Ohren offen halten. Das Beispiel Würenlos zeige schliesslich, dass es funktionieren kann, sagt Rolf Glünkin. Aktiv auf Privatpersonen zugehen, und ihnen das Betreiben von Plätzen schmackhaft machen, das ist im Kanton Solothurn aber nicht geplant. Aber: «Wir überlegen uns, diese Option in unsere Fahrende-Strategie aufzunehmen.»