Zum Jubiläum des Schülerlabors am PSI kommt Farbe ins Spiel

Das Paul Scherrer Institut feiert das 5-jährige Bestehen seines Schülerlabors. Zu diesem Anlass wurden am Dienstag neue Schüler-Experimente zum Thema Farbe eingeweiht. Schirmherr der Veranstaltung war Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Eine Schülerin in Labormantel und mit Laborbrille erklärt zwei Besuchern des Jubiläum-Anlasses was sie macht.

Bildlegende: Am Jubiläumstag des iLab sind die Rollen vertauscht: Die Jugendlichen erklären, die Erwachsenen hören zu. SRF

Mit Böllerschüssen und farbigem Pulver, das in die Luft geschossen wurde, hat das Paul Scherrer Institut (PSI) am Dienstag das 5-jährige Bestehen seines Schülerlabors gefeiert. Nach dem feierlichen Akt durften Schüler aus der Oberstufe Niederweningen die neuen Experimente zum Thema Spektrometer einweihen. Sie untersuchten, aus welchen Farbpigmenten ein Blatt besteht und haben herausgefunden, dass es im Blut nicht nur rote Pigmente hat, sondern auch blaue, grüne und gelbe.

«Jede Klasse brauch ihr eigenes Programm»

Das erklärte Ziel des Schülerlabors iLab am PSI ist es, den eigenen Nachwuchs zu sichern. In der Schweiz verlieren naturwissenschaftliche Berufe immer mehr an Beliebtheit. 40 Prozent der technischen Lehrstellen konnten letztes Jahr nicht besetzt werden.

Deshalb versucht das PSI mit seinem iLab die Jugendlichen für die Naturwissenschaften zu begeistern. Zielgruppe sind die 14 bis 15-Jährigen. Bei ihnen sei das Risiko am grössten, dass sie den Faden verlieren würden, erklärt Beat Henrich, Leiter des iLab: «Wenn man sie zu diesem Zeitpunkt packt und ihnen zeigt, wie interessant Physik sein kann, ist ein grosser Schritt getan.»

Eine grosse Herausforderung sei es, den Jugendlichen die wissenschaftlichen Themen attraktiv und altersgerecht zu erklären, erklärt Anita Walther, die stellvertretende Leiterin des iLab: «Es ist schwierig, dass man nicht zu viele Fachbegriffe benutzt.» Für die Forscher seien die Begriffe alltäglich, für die Kinder aber nicht. Es sei wichtig, dass man das Programm auf die Schulklassen abstimme: «Jede Klasse hat ein anderes Niveau und eine andere Vorbildung.»

Pro Jahr kommen 200 Schulklassen ins iLab

Die Schulklassen sind jeweils einen Tag lang am PSI. Am Morgen machen sie selbst Experimente im iLab und am Nachmittag besichtigen sie gemeinsam mit den Forschern die Anlagen des PSI. Dieser Teil sei besonders wichtig, so Beat Henrich: «Wir können den Kinder so zeigen, dass das was sie am Morgen gemacht haben gar nicht so weit entfernt ist von der Forschung die wir am PSI machen.»

Seit der Eröffnung 2008 sind mehr als 11'000 Schüler nach Villigen ins PSI gekommen. Pro Jahr sind es mittlerweile 200 Schulklassen, der grösste Teil von ihnen kommt aus der Nordwestschweiz, viele aber auch aus anderen Kantonen, dem nahen Deutschland oder Italien. Für die Schulklassen ist ein Besuch im Schülerlabor iLab kostenlos.