Abstimmung Basel-Stadt Alkoholausschank in Jugendzentren spaltet Politik

Am 21. Mai entscheidet die Basler Stimmbevölkerung darüber, ob in den Basler Jugendzentren in Zukunft auch Bier und Drinks ausgeschenkt werden darf. Ja, sagt SP-Grossrat Thomas Gander. Sein Parteikollege Alex Klee ist anderer Meinung.

Im Dezember entschied das Basler Parlament, dass in Jugendzentren in Zukunft auch Alkohol ausgeschenkt werden darf. Der Entscheid fiel deutlich aus - dennoch wurde von einem Komitee mit Mitgliedern der CVP, der SP und der FDP das Referendum ergriffen.

Auch Alex Klee, ehemaliger Jugendarbeiter und SP-Mitglied, will die Gesetzesänderung verhindern. Er bemängelt, dass mit dem neuen Gesetz «Tür und Tor geöffnet werden, während den normalen Betriebszeiten eine Bar zu öffnen».

«  Es braucht in Basel eine modernere Lösung, als einfach den Alkohol zu verbieten. »

Thomas Gander
SP-Grossrat

Thomas Gander, SP-Grossrat und früher selber Mitglied beim Jugendverband «Jungwacht Blauring», wünscht sich mehr Vertrauen in die Jugendarbeiter: «Das sind Fachleute und sie halten sich an die gesetzlichen Regelungen, zum Beispiel, dass unter 16-Jährige auch keinen Alkohol konsumieren dürfen.» Es brauche eine modernere Lösung, Jugendliche für das Thema Alkohol zu sensibilisieren.

Jetzt würden die Jugendlichen in der Anonymität trinken, zum Beispiel am Rheinufer. Könnten sie hingegen in den Zentren Alkohol konsumieren, wären Fachleute dabei, die auch dafür sorgen, dass sie nicht übertreiben.

Alex Klee befürchtet hingegen, dass die Regelung Jugendarbeiter vor Probleme stellen könnte: «Sie müssten dann Polizist spielen und kontrollieren, ob der gekaufte Alkohol auch wirklich von denen konsumiert wird, die schon Alkohol trinken dürfen.»

«  Schon jetzt gibt es genug Druck unter Jugendlichen, Alkohol zu trinken. In Jugendzentren sollte es diesen Druck nicht geben.  »

Alex Klee
ehemaliger Jugendarbeiter und SP-Mitglied

Ausserdem gebe es in Basel mehrere tausend Kinder und Jugendliche, deren Eltern alkoholabhängig sind. «Sie haben es verdient, dass man sie schützt.» so Klee. Der Druck unter den Jugendlichen, dass Alkohol einfach dazu gehört, sei schon genug gross. «So gibt es wenigstens einen Raum, wo sie diesen Druck nicht haben».