Allschwil gibt doch keine Armutsstudie in Auftrag

Der Allschwiler Einwohnerrat sprach sich am Dienstagabend klar gegen eine Armutsstudie aus. Diese hätte die Ursachen steigender Sozialkosten analysieren sollen.

Caritas-Markt. Man sieht Gemüseharassen und zwei menschen, die Lebensmittel in kleine Säckchen packen. Die Gesichter der beiden sieht man nicht.

Bildlegende: Auch in Allschwil gibt es Menschen, die auf Billiglebensmittel des Hilfwerks Caritas angewiesen sind. Keystone

Die Sozialhilfekosten der Gemeinde Allschwil sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Aus diesem Grund wollte Allschwil eine Armutsstudie erstellen lassen. Mit der Studie hätten die Ursachen steigender Sozialkosten analysiert werden sollen. Am Dienstagabend votierten die bürgerlichen Parteien zusammen mit der GLP/BDP-Fraktion aber geschlossen gegen einen solchen Bericht. Sie zweifeln daran, dass mit einer solchen Studie tatsächlich Geld eingespart werden könne.

Die links-grünen Parteien halten diesen Entscheid für kurzsichtig. So meint Armin Bieri, SP-Fraktionspräsident im Allschwiler Einwohnerrat: «Wir geben 24 Prozent des Budgets für Sozialleistungen aus. Da ist es hirnrissig, ein Instrument aus der Hand zu geben, das man für Verbesserungen gebrauchen könnte.»

60'000 Franken für Bericht, anstatt für Arme

Die Armuts-Studie hätte der Basler Soziologieprofessor und Armutsexperte Ueli Mäder für rund 60'000 Franken ausarbeiten sollen. Dies schien Einwohnerrätinnen und Einwohnerräten vor allem aus dem bürgerlichen Lager aber zu viel, zumal die Gmeinde Allschwil derzeit sparen muss. CVP-Gemeinderat Arnold Julier sagte deshalb: «Es könnte stossend wirken, wenn man 60'000 Franken für einen Armutsbericht ausgibt und gleichzeitig bei denBedürftigen spart.»

Ob mit diesem Bericht tatsächlich Geld gespart werden könnte, wie zu Beginn geplant, war ebenfalls umstritten. Jetzt fürchten Einwohnerräte des links-grünen Lagers, dass die Sozialkosten weiter aus dem Ruder laufen. Armin Bieri: «Spätestens in einem Jahr, wenn die neuen Zahlen vorliegen, werden wir auf diesen Entscheid zurückkommen. Und diese Zahlen werden höchstwahrscheinlich weiter hinaufaufgehen.»