Basler Fasnacht «Als Larvenbauer bin ich vor der Fasnacht immer völlig im Seich»

In den Monaten vor der Fasnacht ist der Larvenbauer Hans Ledermann gefordert: Hunderte Larven müssen noch fertig gemalt und angepasst werden. Zurzeit arbeite er täglich bis zu 14 Stunden und das an sieben Tagen in der Woche. Trotzdem bereite der Beruf dem 69-Jährigen noch immer grosse Freude.

Hans Ledermann bemalt eine Larve.

Bildlegende: Eine Larve malt Hans Ledermann immer in einem Zug. So komme er am schnellsten voran. SRF

Aktuell habe er alle Hände voll zu tun, sagt Hans Ledermann zwischen Larven, Pinseln und Gips. «Mir sin im Seich», gibt er zu. Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht. Die Larven seien immer alle pünktlich fertig geworden.

Aktuell sei er vor allem mit Larven malen beschäftigt. Wenn er eine ganze Serie vor sich habe, brauche er pro Larve bloss 15 Minuten. Bei einer Major-Larve könne es aber schon auch mehrere Stunden dauern.

Jede Larve muss angepasst werden

Bis zu den Malerarbeiten braucht es aber noch viele Zwischenschritte. Wichtig sei auch, dass jede Larve individuell angepasst werde: «Eine Larve muss sitzen. Wenn sie nicht passt, hat man drei versaute Tage», sagt Ledermann. Als Grundlage für neue Larven dient Ledermann meist eines seiner gut 400 Larven-Modelle.

Hans Ledermann steht vor Larven-Modellen.

Bildlegende: Wer eine neue Larve will, kann sich aus bis zu 400 Modellen eine Grundlage aussuchen. SRF

Hobby zum Beruf gemacht

Hans Ledermann kann von seinem Beruf als Larvenmacher leben. Wäre er aber in seinem ursprünglichen Beruf auf einer Bank geblieben, würde finanziell sicher mehr drin liegen. Den Schritt, vor 35 Jahren ganz mit dem Larvenbauen anzufangen, habe er aber nie bereut: «Ich habe mich für die Fasnacht entschieden und das Hobby zum Beruf gemacht.»

Drei Larven liegen auf einem Gestell.

Bildlegende: Noch fehlen einige Arbeitsschritte bis zur fertigen Larve. SRF

Leidenschaft Fasnacht hält jung

Auch mit 69 Jahren baue Ledermann noch mit Leidenschaft Larven. Dank seinem Beruf habe er viele interessante Begegnungen: «Als Larvenbauer kommt man mit allen Bevölkerungsschichten in Kontakt. Man hat auch mit Leuten in jedem Alter zu tun. Das hält mich jung.» Würde ihm sein Beruf keine Freude mehr bereiten, hätte er das Atelier längst aufgegeben.

Eine Larve, die einen Basler Basilisk darstellt, hängt an der Decke.

Bildlegende: Major-Larven seien oft grosse Herausforderungen. Auf den Basilisk ist Hans Ledermann besonders stolz. SRF

Noch wartet auf Hans Ledermann in den nächsten Tagen viel Arbeit. Er freue er sich aber auch enorm auf die Fasnacht. Dann steht er in einer Guggenmusik als Major ein: «Die Fasnacht ist nicht nur meine Existenzgrundlage, es ist auch meine grosse Leidenschaft.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)