Asylbewerber müssen in Basel wieder in den Zivilschutzbunker

Seit es wärmer ist, haben die Flüchtlingszahlen in Basel-Stadt markant zugenommen. Das Empfangs- und Verfahrenszentrum am Zoll Otterbach kam deswegen Mitte Mai an seine Kapazitätsgrenzen. Zum ersten Mal seit drei Jahren musste die Zivilschutzanlage Kleinhüningen wieder geöffnet werden.

Drei Schwarze von hinten, die an einem Schalter anstehen. Hinter dem Schalter ist ein Weisser, seitlich zu sehen, der offenbar dort arbeitet.

Bildlegende: Im Empfangs- und Verfahrenszentrums nahe des Zolls Otterbach hat es nicht genügend Platz für alle Neuankömmlinge. Keystone

Erstmals seit dem Arabischen Frühling vor drei Jahren müssen in Basel wieder Flüchtlinge in der Zivilschutzanlage Kleinhüningen untergebracht werden. Grund dafür sind nach Auskunft von Lea Wertheimer, Mediensprecherin des Bundesamtes für Migration, vor allem zwei Faktoren: «Generell steigt die Anzahl Asylsuchende, wenn die Temperaturen milder sind. Und das gilt für ganz Europa. Das Andere ist eine steigende Anzahl von Flüchtlingen aus Eritrea, die in Süditalien landen.»

Weil es im Empfangszentrum am Zoll Otterbach Mitte Mai zu eng wurde, mussten deshalb gegen 80 Flüchtlinge in der Zivilschutzanlage Kleinhüningen untergebracht werden. Zu grösseren Zwischenfällen sei es aber nicht gekommen, versichert Roger Lang, Leiter des Empfangs- und Verfahrenszentrums am Zoll Otterbach: «Von der Zusammensetzung der Klientel - sehr viele Leute aus Eritrea, sehr viele Leute aus Syrien - war es überhaupt kein Problem. Wir haben weder disziplinarische noch andere Probleme, selbst bei diesem hohen Bestand an Gesuchsstellenden.»

Falls weitere Flüchtlinge kommen, reicht Anlage nicht aus

Engpässe gab es hingegen bei der Behandlung von Asylanträgen. Grund dafür war der Mangel an Übersetzern. Dieser Engpass konnte hingegen durch das Engagement von zusätzlichen Dolmetschern bewältigt werden. Sollten in den nächsten Wochen allerdings noch mehr Flüchtlinge nach Basel kommen, dann reichen die vorhandenen Kapazitäten nicht. Dann müssten Asylsuchende auf andere Kantone verteilt werden.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)