Augst hat kein geschütztes Ortsbild mehr

Im Baselbiet gehören neu 33 statt 31 Orte zu den schützenswerten Ortsbildern der Schweiz - u.a. die Gemeinde Münchenstein oder Schloss Wildenstein. Nicht mehr dabei ist allerdings die Gemeinde Augst samt Augusta Raurica.

Eine Strasse durch die Gemeinde Augst, links und rechts Dorfhäuser.

Bildlegende: Augst gehört nicht mehr zu den geschützten Ortsbildern. Paul Menz

Der Entscheid, Augst nicht mehr länger im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) zu führen, habe nichts mit der weitherum bekannten Römerstadt Augusta Raurica zu tun, sagt Marcia Haldemann, im Bundesamt für Kultur zuständig für Heimatschutz und Denkmalpflege: «Aber Augusta Raurica ist mittlerweilen als archäologisches Erbe für sich selbst wichtig genug» und ISOS sei eben kein archäologischer Inventar. Umgekehrt hätten die Behörden  Augst nicht speziell als schützenswerten Ort bewertet.

Zusammenspiel von altem Kern und Industriesiedlung

Ganz anders Münchenstein: neben Schloss Wildenstein, dem Röserental sowie dem Kraftwerk Birsfelden figuriert die stadtnahe Gemeinde neu im ISOS: «Dies vor allem, weil Münchenstein ein gutes Beispiel für ein verstädtertes Dorf ist» zitiert Marcia Haldemann aus der schriftlichen Begründung. Gemeint sei damit die Ergänzung von altem Dorfkern mit Bauten aus der Industrialisierung rund um das Bahnhofsgebiet.

Beim Kraftwerk Birsfelden gab es eine einvernehmliche Lösung

Nicht unumstritten war dagegen die Unterstellung des Kraftwerk Birsfeldens ins ISOS: die Regierungen der beiden Basel hatten sich in einem gemeinsamen Schreiben an den Bundesrat sogar ausdrücklich dagegen ausgesprochen - weil sie nämlich befürchteten, eine energiepolitische Entwicklung sei so nicht mehr möglich. Diese Bedenken seien jetzt aber ausgeräumt, sagt Marcia Haldemann - und zwar durch direkte Gespräche des zuständigen Bundesrates Alain Berset mit den beiden Kantonsregierungen.