Augusta Raurica: Arm und Reich doch nicht so weit auseinander

Die Unterschiede zwischen der Unterstadt von Augusta Raurica und der Oberstadt waren vermutlich doch nicht so gross, wie man bisher annahm. Diesen Schluss lassen Funde aus Latrinen ausserhalb der Prunkbauten von Augusta Raurica zu.

Eine Grabungssättte: Eine Frau schreibt in einen Block Beobachtungen im Hintergrund Schotter

Bildlegende: Bei der Römerforschung in Kaiseraugst zVg

Über das tägliche Leben der Römer in Augusta Raurica weiss man schon einiges. Unerforscht war bis jetzt aber das Leben jener Römer, die ausserhalb der Stadt lebten. Zwischen dem Kastell und Augusta Raurica standen damals an den Verbindungsstrassen ebenfalls Häuser.

Bis jetzt vermutete man, dass diese Leute in der sogenannten Unterstadt eher ärmlich waren. Von dieser Einschätzung rückt nun Hüster Plogmann von der Universität Basel ab. «Wir haben auf einer Parzelle verschiedene Latrinen von verschiedenen Häusern gefunden. Der Inhalt dieser Latrinen weist auf einen reichhaltigen Speisezettel hin.»

Bei Vergleichen der Latrinen stellte das Team um Plogmann weiter fest, dass die Inhalte auch sehr verschieden waren. «Diese Menschen konnten sich ihre Speisen nicht nur aussuchen, sie hatten auch ganz klar ihre Leibspeisen.» In gewissen Latrinen waren Knochen von Hühnern, in anderen vor allem Fischskelette.

Auf Grund dieser Erkenntnisse muss Hüster Plogmann ihr Bild von der reichen Oberstadt und der armen Unterstadt revidieren. «Die Funde zeigen uns, dass der Unterschied der Römer zwischen der Ober- und der Unterstadt doch nicht so gross waren, wie wir das uns immer vorstellten.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)