Ausgewiesene Musikerinnen und Musiker haben den letzten Ton

Ende August müssen rund 50 ausländische Musikerinnen und Musiker die Schweiz verlassen. Sie stammen nicht aus der EU sondern aus sogenannten Drittstaaten. Die Behörden verweigern ihnen die Aufenthaltsbewilligung. Nun solidarisieren sich andere Musiker mit ihnen und geben ein Solidaritätskonzert.

Bis Ende August müssen etwa 50 Musikerinnen und Musiker Basel verlassen. Sie alle stammen weder aus der Schweiz, noch aus der EU. In den vergangenen Jahren hat der Kanton Basel-Stadt ihnen grosszügig Aufenthaltsbewilligungen verteilt, doch mit dieser laschen Praxis macht der Bund nun Schluss.

Die Ausreise der teils renommierten Musikerinnen und Musiker sei ein grosser Verlust für die hiesige Musikszene, sagt Jörg-Andreas Bötticher, selber Musiker und Professor an der Musikakademie. Um ein Zeichen gegen diese behördliche Praxis zu setzen, organisiert er nun ein Solidaritätskonzert für all jene, die die Schweiz verlassen müssen. «Das Konzert hat eine politische Komponente», sagt Bötticher, auch wenn er vor allem auf ein schönes Konzert hoffe am Samstagabend in der Basler Predigerkirche.

Realitätsferne Regeln

«Unser Anliegen ist, dass es eine Lösung für frei arbeitende Musikerinnen und Musiker gibt.» Dass Musiker nämlich zu 75 Prozent angestellt sein müssen, um eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, sei realitätsfern. Viele Musiker würden frei arbeiten und ihr Einkommen setze sich aus vielen kleinen Engagements und Arbeitsverhältnissen zusammen.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)