Basel-Land veröffentlicht Flüchtlingsquoten der Gemeinden

Die zuständige Baselbieter Finanz- und Kirchendirektion veröffentlicht in Zukunft regelmässig Flüchtlings-Quoten und wie sie sich auf die einzelnen Gemeinden aufteilen. Die Verwaltung reagiert damit auf Kritik aus den Gemeinden, denn ursprünglich wollte der Kanton diese Zahlen nicht veröffentlichen.

Ein Mann spielt in einem grossen Bett mit einem Kind

Bildlegende: Welche Gemeinde wie viele Flüchtlinge aufnimmt, soll nun im Baselbiet transparent sein. Keystone

Welche Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft jeweils wie viele Flüchtlinge aufnimmt, das soll in Zukunft regelmässig veröffentlicht werden. Aktuelle Aufnahmequoten sollen in Zukunft zweimal im Jahr im Internet publiziert werden.

Die Behörden im Landkanton reagieren damit auf eine gewisse Kritik der Gemeinden. Lukas Ott, Stadtpräsident von Liestal, hatte schon länger gefordert, dass der Kanton diese Zahlen veröffentlicht. Er ist mit dem Entscheid darum jetzt auch zufrieden: «Es ist ganz wichtig, dass hier die nötige Transparenz herrscht. So ist klar einsehbar, ob sich alle Gemeinden ausgeglichen beteiligen.» Gemeinden, welche ihre Quote nicht erfüllen, kämen so unter Druck.

«Keine Gemeinde erlebt, die sich sperrt»

Ursprünglich hatten sich Kantons-Vertreter dagegen gewehrt, solche Zahlen zu veröffentlichen. Via Öffentlichkeitsprinzip sei es Einzelpersonen aber möglich, die Zahlen einzusehen, sagt der zuständige Regierungsrat Anton Lauber. «Wenn einzelne Personen die Zahlen verlangen können, dann geben wir sie lieber gleich allen bekannt.» Lauber hält aber daran fest, dass er es nicht für nötig hält, die Zahlen zu veröffentlichen. Er wollte so verhindern, dass man einzelne Gemeinden gegeneinander ausspielen kann.

Auch der Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi hält es nicht für nötig, diese Zahlen zu publizieren. Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Gemeinden lief bisher gut: «Wir haben keine Gemeinde erlebt, die sich bewusst sperrt.» Vielmehr befürchtet Rossi, dass jetzt bloss noch diese Zahlen im Fokus stehen würden. Wichtig sei aber auch, die konkrete Situation in den Gemeinden zu berücksichtigen.

Trotz diesen Bedenken werden die Zahlen publik gemacht. Erstmals werden am 18. April die Daten der Jahre 2011 bis 2015 publiziert.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)