Basel-Stadt nimmt Kampf gegen Brustkrebs auf

In der Altersgruppe der Frauen zwischen 50 und 69 ist Brustkrebs die häufigste Todesursache. Aus diesem Grunde beauftragte der Bund die Kantone, die Prävention zu verstärken. Zehn Kantone haben den Auftrag bereits umgesetzt - Ende Juli kommt der Kanton Basel-Stadt dazu.

Einer Frau wird die Brust untersucht: Ihre rechte Brust liegt auf einem Gerät und wird mit Licht beschienen, Ärztin hält Hand darüber, scheint Brust richtig zu plazieren.

Bildlegende: Alle Frauen im Kanton Basel-Stadt werden demnächst aufgefordert, eine Mammographie machen zu lassen. Keystone

Ende Juli erhalten alle Frauen mit Wohnsitz Kanton Basel-Stadt eine Aufforderung, sich am Mammografie-Screening-Programm des Kantons zu beteiligen. Sechs Röntgeninstitute stehen den Frauen zur Verfügung. Eine Anmeldung kann ohne Hausarzt erfolgen.

Gesundheitsdirektor Carlo Conti verspricht sich Verschiedenes durch die Screenings. Viele Frauen würden sich jetzt schon regelmässig untersuchen lassen. Doch das reiche noch nicht, sagt er.

Carlo Conti will Chancengleichheit

«Es gibt Bevölkerungsgruppen, die sind bei der Prävention nur schwach vertreten. Für Migrantinnen, Frauen aus bildungsfernen Schichten oder auch Frauen aus sozial benachteiligten Gruppen ist der Weg ins radiologische Institut schwierig», glaubt Conti.

Weiter könne durch die Screenings das Vieraugenprinzip - dass also ein zweiter Arzt die Röntgenbilder untersucht und analysiert - einfacher umgesetzt werden. Dies sei jetzt trotz zahlreicher Untersuchungen nicht der Fall.

Kritik von Ärzten am Programm

Kritik an dieser Art von Brustkrebsprävention kommt ausgerechnet aus Ärztekreisen. «Jede Röntgenaufnahme birgt die Gefahr, dass das Wachstum eines Krebsgeschwüres ausgelöst wird», sagt Claudio Knüsli von den Ärzten zur Verhütung eines Atomkrieges.

Mit Ultraschall- und Magnetresonanzuntersuchungen stünden Alternativen zur Verfügung, die nicht die gleichen Gefahren wie die ionisierenden Strahlen aufweisen. Gefährdet seien vor allem Patientinnen mit dem Gen BRCA1 und BRCA2. Jenem Gen also, das für den Ausbruch des Brustkrebs verantwortlich sei.

Kanton Baselland noch nicht so weit

Im Kanton Baselland sind die Bemühungen noch nicht gleich weit gediehen. Ein Kreditbegehren in der Höhe von 2 Millionen Franken liegt seit heute beim Landrat. Wird es bewilligt, so startet der Kanton Baselland im nächsten Jahr ebenfalls mit einem Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)