Basel Tattoo: Piloten flogen zu tief über Kasernenareal

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat seine Untersuchung abgeschlossen und kommt zum Schluss, dass der Oldtimer-Propeller «Ju 52» tatsächlich zu tief geflogen ist. Die Piloten haben die erlaubten 300 Meter unterschritten. Ihnen droht eine Busse.

Szene aus Basel Tattoo, im Himmel ein Flugzeug.

Bildlegende: Die Ju-52-Maschine flog tiefer als erlaubt über das Kasernenareal. Keystone

Flüge unter 300 Meter über Grund brauchen in der Schweiz eine Bewilligung. Das Basel Tattoo hatte eine solche Bewilligung angefordert, diese vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) jedoch nicht erhalten. Anton Kohler, Sprecher vom BAZL, bestätigt nun, was Anwohner und Polizei bereits vermutet hatten: Die Piloten sind trotz fehlender Bewilligung tief geflogen. «Es ist ganz klar, dass die Piloten die unterste Limite deutlich unterschritten haben.» Dies habe die Auswertung der Radardaten ergeben.

Dass die Piloten nur wenig zu tief geflogen seien und das Ganze ein Versehen sei, könne ausgeschlossen werden, so Kohler. «Die Piloten sind wiederholt zu tief geflogen, wir gehen definitiv nicht von einem Versehen aus.»

Den Piloten droht nun eine Busse von maximal 20'000 Franken. Ein Berufsverbot sei aber kein Thema. Die Piloten können die Bussenverfügung an einem kantonalen Gericht anfechten.

«  Ich sitze in meinem Produktionszimmer und kann nicht einschätzen wie hoch oder tief ein Flugzeug fliegt. »

Erik Julliard
Produzent Basel Tattoo

Der Produzent des Basel Tattoo, Erik Julliard, ist überrascht. «Er wundert mich, dass wir zu tief geflogen sein sollen.» Er selbst habe schon bemerkt, dass die Ju 52 tief fliege. «Aber ehrlich gesagt, ich sitze in meinem Produktionszimmer und kann nicht einschätzen wie hoch oder tief ein Flugzeug fliegt.» Er sei enttäuscht, da er sich auf die Profi-Piloten verlassen habe.

Tattoo will nichts damit zu tun haben

Dass das Basel Tattoo die Busse für die Piloten bezahle, komme nicht in Frage. «Damit würden wir signalisieren, dass wir es gutheissen. Und das ist keinesfalls so.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)