Basel weist Schuld für explodierende Spitalkosten von sich

Dass die Baselbieter Spitalrechnung aus dem Ruder laufe, sei nicht die Schuld der Basler, sagt der Leiter Gesundheitsversorgung Basel-Stadt. Er hat den Kostenanteil genau nachgerechnet und kontert nun Vorwürfe aus dem Landkanton. Jetzt buchstabiert die Baselbieter Gesundheitsdirektion zurück.

Eine Person liegt in einem Spitalzimmer, umgeben von viel medizinischem gerät. Die Person ist im Hintergrund und nicht erkenntbar, im Vordergrund sieht man ein Gerät mit verschiedenen Anzeigen.

Bildlegende: Das Unispital Basel ist teurer als das Kantonsspital Baselland. Basler Privatspitäler aber nicht. Keystone

Die Baselbieter Spitalrechnung lief im letzten Jahr aus dem Ruder. Hauptverantwortlich für die Budgetüberschreitung von 30 Millionen Franken im Baselbiet seien die Basler Spitäler, weil immer mehr Baselbieter Patienten sich dort behandeln liessen, liess die Baselbieter Gesundheitsdirektion verlauten. Falsch, kontert jetzt die Basler Gesundheitsdepartement.

Nur eine statt 21 Millionen

Peter Indra, Leiter Gesundheitsversorgung Basel-Stadt, war erstaunt, als er von der Baselbieter Gesundheitsdirektion vernahm, hauptverantwortlich für die massive Budgetüberschreitung bei den Baselbieter Spitalkosten seien die Basler Spitäler. Die Baselbieter Gesundheitsdirektion hatte behauptet, insgesamt 21 von 30 Millionen Franken der Budgetüberschreitung gingen auf das Konto von Basler Spitälern.

Indra hat nun nachgerechnet und kommt zu einem ganz anderen Schluss: Maximal eine Million Franken und nicht 21 seien mit höheren Spitalkosten im Stadtkanton zu erklären. Zwar ist eine Behandlung im Unispital in Basel tatsächlich etwas teurer als im Kantonsspital Baselland. Behandlungen in Basler Privatspitälern aber sind billiger.

Und die Zahl der Baselbieter Patienten in Städter Spitälern habe zwar im Jahr 2013 zugenommen, aber nur leicht und sie verteilten sich hälftig aufs Unispital und die Privatspitäler. Unter dem Strich ergäben sich damit Mehrkosten von maximal einer Million Franken, so Indras Berechnung. Oder anders gesagt: Hätten sich die 16'000 Baselbieter Patienten, die sich 2013 in Basel behandeln liessen, stattdessen im Baselbieter Kantonsspital behandeln lassen, wäre dies den Kanton Baselland nur eine Million Franken günstiger gekommen.

Baselbieter und Basler rechnen komplett anders

Die Baselbieter Gesundheitsdirektion erklärt gegenüber Radio SRF, die Berechnungen von Basel-Stadt seien korrekt. Doch auch die Berechnung der Landschaft sei richtig. Die Berechnungen seien einfach aus verschiedenen Perspektiven erfolgt. Wieso aber diese Berchnungen mit demselben Zahlenmaterial um den Faktor zwanzig unterscheiden, bleibt völlig unklar. Klarheit könnte ein externer Experte bringen, der untersucht, weshalb die Spitalkosten im Baselbiet aus dem Ruder laufen. Einen entsprechenden Antrag stellt die Finanzkommission des Landrats. Und dieser Experte wird schon bald seine Arbeit aufnehmen, wie Rolf Wirz zum ersten Mal bestätigt.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)