Basler Stromhändler enttäuscht über Stopp bei Liberalisierung

Der freie Strommarkt für Haushalte kommt später als geplant. Das hat Bundesrätin Doris Leuthard bekannt gegeben. Stromanbieter in der Region ärgern sich darüber.

Strommasten

Bildlegende: Haushalte können erst in ein paar Jahren wählen, woher sie ihren Strom beziehen. Keystone

Dominik Baier, Geschäftsleitungsmitglied beim Baselbieter Stromanbieter EBM ärgert sich über den Entscheid aus Bern. «Wir sind enttäuscht. Wir sind schon lange daran, uns auf die Öffnung des Strommarkts vorzubereiten.» Mit der Verzögerung hänge jetzt aber alles in der Schwebe.

Die Stromanbieter kritisieren, dass jetzt eine gewisse Rechtsunsicherheit herrsche: Die Details zur Liberalisierung seien nicht bekannt. Daher würden auch die ein bis zwei Jahre, welche die Unternehmen zur Vorbereitung auf den freien Markt dazu gewonnen haben, wenig nützen. «Eigentlich bräuchten wir erst dann mehr Zeit, wenn alle Spielregeln bekannt sind», sagt Baier.

Beim Basler Stromproduzenten, den IWB, sieht man dies etwas anders. Aus dem Entwurf zum Gesetz könne man schon einiges herauslesen, sagt IWB-Sprecher, Lars Knuchel. Dass die Liberalisierung jetzt später komme, darüber könnte bestimmte Stromanbieter froh sein: «Ich könnte mir vorstellen, dass ein paar Unternehmen über die Verschiebung nicht ganz unglücklich sind. Sie gewinnen etwas Zeit», sagt Knuchel.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)