Basler Wahlen: Block-Denken wichtiger als Persönlichkeiten

Daniel Gerny (NZZ), David Sieber (bzbasel) und Patrick Künzle (SRF) blicken zurück auf den Wahlkampf und vorwärts auf die Wahlen. Entscheidend für den Ausgang der Wahlen seien weniger die Persönlichkeiten, sondern die Grundsatzfrage, ob die Regierung weiterhin rot-grün sein soll oder neu bürgerlich.

«Es war ein sehr ruhiger Wahlkampf», so die Einschätzung von Daniel Gerny. «Aufgefallen ist mir zudem, dass es den Bürgerlichen so gut wie noch nie gelungen ist, vereint aufzutreten.» Diese Geschlossenheit sei aber nicht thematisch untermauert gewesen.

David Sieber bestätigt die Eindrücke von Daniel Gerny. «Es ist eine Richtungswahl und dennoch war der Wahlkampf ruhig. Es geht der Stadt sehr gut und entsprechend war der Wahlkampf inhaltslos.»

Das Lager von rot-grün habe sich in seiner Botschaft zu sehr darauf beschränkt, das Positive herauszuheben, findet Patrick Künzle. «Das war die falsche Taktik.»

Geschlossene Bürgerliche, träge Linke

«Rot-grün hat das bürgerliche Viererticket unterschätzt», ergänzt David Sieber. Das bürgerliche Lager in der Stadt Basel sei eher gesellschaftsliberal. Dennoch sei es den Bürgerlichen gelungen, die konservative SVP einzubinden. «Das ist eine Leistung», so Patrick Künzle.

Rot-grün hingegen sei etwas träge und gesättigt, findet Sieber. «Sie sitzen im gemachten Nest und finden den Wahlkampf ziemlich lästig.» Aber die Bisherigen könnten sich natürlich weniger angriffig geben als die Neuen.

Richtungswahl zwischen zwei Blöcken

«Die Blöcke haben je ein Aushängeschild, an welchen sich die Wahl entscheiden wird», warf Moderator Dieter Kohler in die Runde. «Lorenz Nägelin und Elisabeth Ackermann, wo liegen deren Stärken und Schwächen?»

Beide seien schwer fassbar und etwas profillos, meint Gerny. «Deshalb kann auch ein Kandidat von der SVP im bürgerlichen Block mitgezogen werden.» Die Wahl werde sich nicht anhand der Personen entscheiden, sondern an der Frage, ob man weiterhin eine rot-grüne oder eine bürgerliche Regierung will.

«Das ist schade», ergänzt Patrick Künzle. «Regierungswahlen sind Personenwahlen, ich hätte die beiden Personen gerne etwas mehr gespürt.» Es sei langweilig und unangenehm für die Wählerinnen und Wähler, ergänzt Daniel Gerny. «Das heisst aber nicht, dass die beiden nicht gute Regierungsräte sein können.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

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