Befürworter des verschärften Hooligan-Konkordats kämpfte allein

An einem prominent besetzten Podium über die Verschärfung des «Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt an Sportveranstaltungen» musste der Befürworter gegen eine starke Front ankämpfen. In der Fussball-Stadt Basel sind die Gegner zahlreich.

Viel Publikum in der Aula der Universität Basel bei der Diskussion zum Hooligan-Konkordat

Bildlegende: Zum Thema Hooligan-Konkordat war fast die ganze Aula der Uni Basel mit Publikum gefüllt SRF

«Wir haben die Nase voll von der Gewalt in und um Fussballstadien», betonte Hans-Jürg Käser, Berner Sicherheitsdirektor. Er kämpfte gestern alleine für die Verschärfung des Korkordats. Einzig Polizeikommandant Gerhard Lips teilte zwar seine Ansicht, wollte sich aber nicht festlegen: «Ich will keine Stellung beziehen, sondern Argumente aufzeigen», so Lips.

Heftige Kritik

Ganz anders die Gegner des verschärften Konkordats. Mit SP-Grossrat Tobit Schäfer, FCB-Präsident Benhard Heusler und Fanarbeiter Thomas Gander waren die Kritiker gut vertreten und begründeten ihre Ablehnung ausführlich. «Das Konkordat ist unverhältnismässig und ineffizient», erklärte Tobit Schäfer, der das Konkordat vor Bundesgericht anfechtet. Die verschärften Massnahmen träfen alle Fans, nicht nur die gewaltbereiten Fussball-Hooligans.

Eingeschränkte Freiheit

Auch Bernhard Heusler votierte gegen strengere Massnahmen. «Basel ist eine tolerante Stadt, in der man die Menschen leben lässt.» Er sei klar gegen Gewalt, aber man müsse dabei die Verhältnismässigkeit im Auge behalten.

Einige Schweizer Kantone haben das verschärfte Konkordat bereits durchgewinkt. Basel-Stadt hat noch keinen Entscheid gefällt. Die Regierung berate in den nächsten Wochen darüber, so Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, der das Podium besuchte. «Ich habe mich vor meiner Wahl ab und zu geäussert, jetzt aber ist es an der Regierung das Thema sorgfältig anzugehen.»