Behinderte im Internet verhöhnt: Vorfall in Basel gibt zu reden

Ein Basler Teenager quält eine Behinderte, filmt die Szene und stellt sie ins Internet. Dort geht die Post ab: Das Video wird fleissig geteilt und kommentiert. Vorfälle wie diese häufen sich, sagt Mark Zumbühl von der Behinderten-Organisation Pro Infirmis im Interview mit dem Regionaljournal.

Ein Jugendlicher nutzt den Videodienst Youtube.

Bildlegende: Über Social Media verbreiten sich Internet-Filme blitzschnell. Keystone

Das Video zeigt eine Frau, die schreiend, fluchend und weinend auf die Kamera zuläuft. Der Filmende, ein Teenager aus Basel, verhöhnt die Frau und dokumentiert dies auf seinem Film. Danach stellt er das Machwerk online. Es verbreitet sich rasend schnell, wird unzählige Male geteilt und kommentiert.

Nachdem «20 Minuten» diesen Vorfall öffentlich gemacht hat, ergiesst sich über den Teenager, der den Film gemacht hat, jedoch ein Shitstorm auf den sozialen Netzwerken im Internet. Dass sich ein junger Mensch über eine behinderte Frau lustig macht und sie dem öffentlichen Spott preisgibt, sorgt für Entrüstung. Dem Teenager wird dermassen Kappe gewaschen, so dass er sich zu einer öffentlichen Entschuldigung genötigt sieht.

Für Betroffenheit gesorgt hat das Video auch bei der Behinderten-Organisation Pro Infirmis. «Mir hat es fast physisch weh getan zu sehen, was dieser Frau angetan wurde», sagt ihr Sprecher Mark Zumbühl. Dass behinderte Menschen auf Social Media blossgestellt werden, nehme zu. Wenn jemand ein Video sehe, auf dem jemand lächerlich gemacht werde, dann sinke bei ihm die Hemmschwelle und er tue dann möglicherweise das Gleiche.

Der Fall aus Basel habe jedoch auch die gute Seite von Social Media gezeigt. Dass innert kürzester Zeit sehr viele Menschen das Video angeprangert hätten, habe beim Teenager zu einem Einsehen geführt, dass er etwas Falsches gemacht habe.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)