Bei der Berufswahl überschätzen sich Basler Schüler oft

Ein Drittel der Neuntklässler in Basel-Stadt geht nach der obligatorischen Schule nicht direkt in eine Lehre oder in eine weiterführende Schule wie Gymnasium oder Handelsmittelschule. Die Schulabgänger absolvieren stattdessen ein zehntes Schuljahr.


Eingang in die Messehalle mit grossem Wegweiser vorne dran

Bildlegende: Die Berufsmesse erwartet rund 30'000 Besucherinnen und Besucher. SRF/borj

Wer nach der obligatorischen Schule keine Lehrstelle findet, kann ein zehntes Schuljahr absolvieren. Jeder dritte Jugendliche in Basel-Stadt besucht ein solches Brückenangebot.

Ueli Maier, Leiter der Mittelschulen beim Basler Erziehungsdepartment, sagt: «Die Lehrstellenprofile sind anspruchsvoller geworden.» Aus diesem Grund würden sich viele Schülerinnen und Schüler für ein zehntes Schuljahr entscheiden.

Diverse Berufsbildner, die bis Sonntag an der Berufsmesse des Basler Gewerbeverbandes ausstellen, bestätigen die hohen Anforderungen, die Betriebe an Lernende stellen: «Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, Noten sind wichtig».

Gerade für schulisch schwache Schülerinnen und Schüler ist darum schwierig, eine passende Lehrstelle zu finden. Aus diesem Grund würden sich viele von ihnen für das zehnte Schuljahr entscheiden, sagt ein Lehrer der Basler Weiterbildungsschule (WBS). Das gebe den Schülerinnen und Schülern mehr Zeit, sich auf das Berufsleben vorzubereiten.

Viele Jugendliche, die auf Lehrstellensuche seien, würden sich aber auch überschätzen, analysiert eine andere Ausbildnerin. Sie erlebe immer wieder, dass sie Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern erhalte, die den Anforderungen nicht genügen: «Viele jagen ihrem Traumberuf nach und vergessen dabei, dass sie die Fähigkeiten für diesen Job nicht mitbringen».