Bern macht vorwärts mit Cannabis-Versuchen, Basel folgt demnächst

In der Bundeshauptstadt sollen Apotheken versuchsweise Cannabis an eine Gruppe von 1000 Kiffern verkaufen. In Basel dagegen soll Cannabis nur an Menschen abgegeben werden, die das Suchtmittel aus medizinischen Gründen konsumieren.

Cannabis-Blätter

Bildlegende: Mehrere Schweizer Städte führen zusammen ein Pilotprojekt zu Cannabis durch. Keystone

Mehrere Schweizer Städte haben schon vor einiger Zeit Interesse signalisiert, ein Pilotprojekt für den regulierten Zugang zu Cannabis durchzuführen. In der Stadt Bern hat sich das Parlament im März 2015 für einen entsprechenden Versuch ausgesprochen. Nun hat Gemeinderätin Franziska Teuscher bekannt gegeben, dass 1000 Kiffer ihr Cannabis versuchsweise in Apotheken kaufen sollen. Das letzte Wort hat allerdings der Bund, der eine Ausnahmebewilligung erteilen müsste. Denn das Betäubungsmittelgesetz verbietet grundsätzlich den Cannabis-Konsum.

Auch Basel beteiligt sich am Pilotprojekt. In Basel geht es jedoch nicht darum, das Cannabis an Kiffer abzugeben. Geplant ist die kontrollierte Abgabe an Erwachsene, die Cannabis aus medizinischen Gründen nehmen. Das Basler Gesundheitsdepartement beauftragt die Universitären Psychiatrischen Kliniken, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. Die Cannabis-Abgabe in Basel soll - wie in Bern - wissenschaftlich begleitet werden.

«Das Basler Projekt ist Teil des übergeordneten Forschungsprojekts, an dem verschiedene Städte und Kantone mitarbeiten», sagt Eveline Bohnenblust, Leiterin Sucht im Gesundheitsdepartement. Sie rechnet damit, dass der Bund im Spätherbst die Ausnahmebewilligung für die Cannabis-Abgabe erteilt. In Basel braucht es aber auch noch die Zustimmung von Regierung und Parlament.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)