Dank Spenden wurde die Augenklinik Basel vor 150 Jahren eröffnet

Geld aus der Bevölkerung ermöglichte es vor 150 Jahren, in Basel die «Heilanstalt für arme Augenkranke» zu eröffnen. Heute feierte das Spital sein Jubiläum mit einem Tag der offenen Türe.

Es begann mit acht Betten an der Missionsstrasse in Basel, und zwar vor 150 Jahren. Damals hatte der Arzt Heinrich Schiess aus Appenzell seine «Heilanstalt für arme Augenkranke» eröffnet. Aus der ehemaligen Heilanstalt ist in den vergangenen 150 Jahren eine renommierte Augenklinik geworden, die mittlerweile an der Mittleren Strasse beheimatet ist und einen 24 Stunden-Service anbietet. Am Samstag feierte die Augenklinik ihr Jubiläum mit Vorträgen, Hornhautvermessungen, Informationsständen und mehr.

Tagestarif 1.25 Franken war viel Geld

Bei einem Augenschein zeigte sich kurz nach Mittag, dass der «Tag der offenen Türe» anlässlich des Jubiläums auf grosses Interesse stiess. Schon beim ersten Vortrag um 10 Uhr morgens sei der Saal fast voll gewesen, erzählt der leitende Arzt Peter Mayer. Das bedeutet, dass über 100 Menschen der langen Geschichte der Augenklinik des Universitätsspitals Basel zuhörten. Und diese begann im Jahre 1864 mit dem einem Arzt aus dem Appenzell, mit Heinrich Schiess.

Peter Meyer erzählt aus den Anfangstagen: «Die Augenklinik entstand in der Gründungszeit der Eisenbahnen. Weil man die Augen bei der Arbeit noch nicht so gut schützte wie heute, kamen viele Menschen mit Splittern in den Augen.» Sie liessen sich für einen Tagestarif von 1.25 Franken behandeln, was damals viel Geld war. «Schliesslich hatte man noch keine Krankenkasse zu dieser Zeit», sagt Meyer.

Heute habe die Klinik wieder in etwa gleich viele Betten wie zu den Gründungszeiten, sagt der interimistische Leiter Norbert Spirig. Und dies, obwohl heuer deutlich mehr Patienten die Klinik aufsuchen. «Die meisten Behandlungen und Operationen macht man heute ambulant, das heisst, die Menschen gehen noch am gleichen Tag wieder nach Hause und bleiben nicht über Nacht.»