Das Kostüm-Spital für Notfälle an der Basler Fasnacht

Claudia Güdel baut ihren Laden während der Fasnacht um. Sie verkauft dann keine Kleider aus ihrer eigenen Güdel-Kollektion, sondern hilft Fasnächtlern mit zerrissenen Kostümen. Ihr Laden in der Schnabelgasse wird zum Kostüm-Spital und zum Treffpunkt.

Zwei kleine Waggis vor dem Schaufenster von Claudia Güdel.

Bildlegende: Adresse für kleine und grosse Fasnächtler im Pech: Das Kostümspital von Claudia Güdel. SRF

Wenn sich Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern nach vielen abgelaufenen Kilometern hinsetzen, ist es schnell passiert: «Rätsch» und schon klafft ein Riss in der Kostümhose. Oder der Reissverschluss klemmt, wenn man noch ganz schnell auf ein Örtchen muss.

In dieser Situation hilft das Kostüm-Spital von Claudia Güdel an der Schnabelgasse. Nur eine leere Kleiderstange erinnert während der Fasnacht an die eigentliche Bestimmung dieses Lokals: Unter dem Jahr verkauft Claudia Güdel hier nämlich ihre eigenen Frauen- und Männerkollektionen.

Claudia Güdel weiss viele Geschichten zu erzählen von Fasnächtlern, die sie in Not aufgesucht haben. Manchmal seien die Kostüme so gross, dass sie auch schon zu Dritt mit anpacken mussten, um das Ganze unter die Nähmaschine zu bekommen.

Kostüme statt Kollektionsmode

Für ihre Notfalldienste verlangt Claudia Güdel kein Geld. Die Geretteten danken es ihr aber trotzdem oft mit einem Batzen in die Kasse. Einer ihrer Kunden kam sogar am Abend wieder zurück und bedankte sich mit einem Schnitzelbank, erzählt Claudia Güdel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)