Der einzige Schweizer «Sport-Tempel» erfindet sich neu

Das einzige Sportmuseum der Schweiz feiert am Mittwoch seine Wiedereröffnung. Das Museum, das genau an der Kantonsgrenze zwischen Basel und Basel-Landschaft liegt, erfindet sich neu: ein neues Konzept und ein attraktiveres Angebot. Aber kann dieser Anspruch auch eingelöst werden?

Blick in das umgestaltete Sportmuseum.

Bildlegende: Blick in das umgestaltete Sportmuseum. zvg

Mehr Leute sollen die alten Skis, Bob oder Velo anschauen kommen - ein hoher Anspruch. Denn schon die Lage des Museums ist alles andere als ideal. Beim Dreispitzareal, an einer stark befahrenen Strasse, der Hauseingang ist wenig einladend. Das ist auch dem Leiter des Museums bewusst. Spontan-Besucherinnen oder -Besucher habe man kaum. «Aber wir haben viele Gruppenführungen», so Gregor Dill.

Schatzkammer statt Begehlager

Nur gerade etwa 3'000 Besucherinnen und Besucher finden pro Jahr den Weg ins Sportmuseum. Das soll sich nun ändern. Das Museum, das eigentlich ein Begehlager ist, will die Leute stärker einbinden und aktivieren. Sie sollen sich sozusagen selbst ihre eigene Ausstellung zusammenstellen. Sie können dabei aus Exponaten des Museums wie Fotos, Dokumenten und historischen Zeitungsauschnitten wählen: «Alles wird schön inszeniert, die Besucherinnen und Besucher machen ein Foto davon und bekommen dafür eine Belohnung», beschreibt Ausstellungsmacher Benedikt Wyss diese neue Möglichkeit. Daneben können Kult-Gegenstände näher angeschaut und vielleicht auch angefasst werden, zum Beispiel der Schweizer Bob von 1980, der an den Olympischen Spielen in den USA Gold für die Schweiz gewann.

Eine Schwierigkeit könnte allenfalls der Begriff «Begehlager» sein, der sehr technisch tönt: In seinen neuen Werbeunterlagen bezeichnet sich das Museum nicht mehr als Begehlager, sondern als «Schatzkammer». «Vielleicht wird sich dieser Begriff etablieren», hofft Gregor Dill.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)