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Basel Baselland Deutsches Fernsehteam in Basel festgenommen - aus Versehen

Ein Team des Südwest-Rundfunks SWR ist am Mittwoch in Basel festgenommen worden. Die Fernseh-Equipe stand unter dem Verdacht, einen Raubüberfall auf ein Spielwarengeschäft in der Elisbethenstrasse verübt zu haben. Die drei Verdächtigen wurden drei Stunden lang an der Grenze festgehalten.

Legende: Video Irrtümlich verhaftet abspielen. Laufzeit 2:56 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.12.2012.

Polizei-Sprecher Klaus Mannhart bestätigt den Vorfall gegenüber dem «Regionaljournal Basel»: «Wir hatten eine Augenzeugen-Beschreibung, die auf das Auto und die Autonummer des TV-Teams zutraf». Im Rahmen einer Grossfahndung wurden das Auto am Autobahn Grenzübergang Basel / Weil angehalten. Das dreiköpfige SWR-Team war gerade auf dem Rückweg, nachdem sie in der Elisabethenkirche einen Bericht über eine Geschenktauschbörse gedreht hatten. 

Mannhart präzisiert, es habe sich nicht um eine Festnahme sondern um eine Überprüfung der Personalien gehandelt. Dennoch ist der Tontechniker in Handschellen gelegt worden und das Team wurde rund drei Stunden festgehalten - auch in Einzelzellen, wie die betroffene TV-Journalistin Suse Kessel sagte. 

Ich musste mich ausziehen

Damit nicht genug: «Ich musste mich vor zwei Beamtinnen entkleiden», gibt sich Suse Keller empört. Und dies, obwohl sich die Gruppe als Journalisten ausweisen konnten. Telefonieren durfte niemand. «Am Schluss kam ein Basler Kripo-Beamter und sagte uns, dass sich der Tatverdacht nicht erhärtet habe», so Suse Kessel. Bevor das Team gehen durfte, wurden die drei SWR-Mitarbeiter fotografiert.

Spielwaren-Laden in der Elisabethenstrasse
Legende: Dieser Laden in der Elisabethenstrasse wurde überfallen - Nach dem Überfall wurde das deutsche TV-Team festgehalten srf

Klaus Mannhart: «Die Gruppe stand unter Tatverdacht, sie wurden demnach behandelt wie alle, die unter Tatverdacht stehen». «Ich war überrascht, wie ich als Journalistin behandelt wurde», sagt Suse Kessel zusammenfassend.

Der richtige Täter ist derweil noch immer auf der Flucht. Er hatte die Angestellten des Spielwarengeschäfts mit einer Feuerwaffe bedroht und mehrere hundert Franken erbeutet.

Nach dem Überfall rannte er in Richtung Elisabethenkirche davon.

Offiziell entschuldigt hat sich nach der Festnahme laut dem SWR-Team niemand. «Die Beamtin, die mich bewacht hat, hat sich von mir verabschiedet und gesagt, ihr persönlich täte es leid für die Unannehmlichkeiten», so Suse Kessel.

So ein Vorgehen kenne er aus Ländern in Südamerika oder Osteuropa, erklärt Rainer Suchan, der Leiter des Studios Freiburg vom SWR. Hier in Europa habe er so etwas aber noch nie erlebt. Nun erwägt der SWR rechtliche Schritte gegen die Basler Polizei.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Bannasch, DE 78315 Radolfzell
    Muss mich noch mal zu Wort melden: Wenn sich meine Landsmänner aus Berlin und Starnberg hier im Forum des SRF so rassistisch und verachtend zu Wort melden, dann kann man sich als Deutscher nur schämen;( Klar, war das nicht sehr professionell von den Baslern, aber sich so zu äußern zeugt von antieuropäischer Dummheit. Wir leben hier an der Grenze und wissen was wir voneinander haben...
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  • Kommentar von Adolf Fingerhut, Berlin
    Wieso offizielle Entschuldigung ? Das sind doch nur "Düüdsche" Sind selber schuld, was suchen die eigentlich in der Schweiz ? Schweiz in 3 sat 10vor10 in unverständlichem Dialekt mit Untertiteln nach der Geisterstunde müsste doch reichen. Wann wird dieser CH-Beitrag eigentlich mal aus dem 3sat Programm rausgenommen ?
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  • Kommentar von Justin von Kampen, Starnberg
    «Ich musste mich vor zwei Beamtinnen entkleiden» Ist das in der Schweiz so üblich? Na, da haben sie ja mal die Richtigen erwischt. Die sorgen jetzt schon dafür, dass Schweizer Sitten und Gebräuche einem breiten Millionenpublikum in Deutschland bekannt gemacht werden. Andere Länder, andere Sitten. in Russland wäre das nicht passiert.
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