Die zwei Seelen der Baselbieter Grünliberalen

Zwei Seelen wohnen in der Brust der Baselbieter Grünliberalen. Das zeigte der Entscheid zum zweiten Wahlgang in die Regierung vom 21. April. Eine Mehrheit sprach sich für die Unterstützung von SP-Regierungs-Kandidat Eric Nussbaumer aus. Der Entscheid fiel aber nicht einstimmig.

Porträt von Grünliberalenpräsident Hector Herzig.

Bildlegende: Parteipräsident Hector Herzig zVg

Die Baselbieter Grünliberalen machten sich den Entscheid, welchen Regierungskandidaten sie unterstützen sollen, nicht einfach. Nach intensiver Diskussion hinter verschlossenen Türen sprach sich eine Mehrheit für SP-Nationalrat Eric Nussbaumer aus. Gemäss Aussagen von Partei-Vertretern gab es aber auch Voten für Thomas Weber von der SVP sowie für eine Stimmfreigabe im zweiten Wahlgang am 21. April.

Identitätssuche

Die gutbesuchte Parteiversammlung zeigte eine Partei auf Identitätssuche, zwischen den beiden «Seelen in der Brust», grün und liberal. Nach der empfindlichen Niederlage des eigenen, eher bürgerlichen Regierungskandidaten Gerhard Schafroth, legt die Partei bei ihrer Unterstützung von Nussbaumer das Gewicht nun eher auf grün, als auf liberal.

Der Entscheid ist ein Signal gegen Innen und Aussen. Fürsprecher Nussbaumers betonen mit Blick auf den liberaleren Parteiflügel, man unterstütze hier eine überzeugende Person und nicht dessen Partei.

Gegen Aussen wolle man auch Unabhängigkeit demonstrieren, betont Parteipräsident Herzig. Besonders gegenüber den anderen Mitte-Parteien CVP und BDP, die bei dieser Wahl mit den Bürgerlichen zusammen gehen. Offen bleibt dabei, ob auf diese Weise tatsächlich wieder eine starke Mitte zusammenfindet.