Doubletten in Basels Bibliotheklandschaft werden eliminiert

Basel soll ein Bibliotheks-Konzept erhalten, das hat Regierungspräsident Guy Morin im Grossen Rat angekündigt. Eine Auflage für die GGG, ihre Bücher in Basel einzukaufen, lehnte der Rat knapp ab.

Eine vollgestellte Bücherwand

Bildlegende: Wie viel Bibliotheken braucht Basel? Darüber debattierte ausführlich der Basler Grosse Rat. Keystone

Es sei nicht sinnvoll, dass es im gleichen Quartier eine Schulbibliothek und daneben auch noch eine Quartierbibliothek gebe, sagte Regierungspräsident Guy Morin. Da solle ein Bibliothekskonzept dafür sorgen, dass es keine solche Doppelspurigkeiten gebe.

Grundsätzlich hinter diese Pläne stellten sich verschiedene Ratsmitglieder, sie mahnten aber auch, dass man bei der Umsetzung Fingerspitzengefühl walten lasse. Es sei wahrscheinlich für einen Erwachsenen seltsam, wieder in eine Schulbibliothek gehen zu müssen. Da müsse man aufpassen, dass die erwachsenen Bibliotheks-Nutzer und Nutzerinnen nicht abspringen, warnte Martin Lüchinger von der SP.

«  Es ist nicht einsehbar, dass es in einem Stadtteil eine Schul- und daneben auch eine Quartiersbibliothek geben muss. »

Guy Morin
Stadtpräsident

Mehr zu reden gab dann die Absicht der GGG, künftig die Bücher in Bern beim Bibliotheksdienst zu beziehen. Darunter würden vor allem kleine Basler Buchläden leiden, die einen wichtigen Kunden verlieren würden. Gerade solche Buchläden seien genauso wichtig für die Lese-Förderung wie die Bibliotheken, argumentierten verschiedene Ratsmitglieder.

Die SP reichte deshalb einen Antrag ein, der die GGG verpflichtet hätte, die Bücher in Basel einzukaufen. Allerdings nur, wenn dies wirtschaftlich verantwortbar sei - eine Formulierung, die auf bürgerlicher Seite für viel Kritik sorgte. Die Formulierung sei schwammig, das Ganze ein Papiertiger, das auch die Marktfreiheit verletze.

Der Rat lehnte letztlich diese Auflage für die GGG mit 41 gegen 40 Stimmen knapp ab, stimmte aber dem Staatsbeitrag von gut 12 Millionen Franken für die nächsten zwei Jahre grossmehrheitlich zu.