Drei altgediente Ratsmitglieder blicken zurück

Sie gehören drei verschiedenen Parteien an, aber am Donnerstag erlebten sie etwas Verbindendes. Ruedi Brassel (SP), Hans-Peter Wullschleger (SVP) und Agathe Schuler (CVP) hatten ihren letzten Tag im Parlament. Sie schauen unterschiedlich zurück.

Mit der Landratssitzung vom Donnerstag ist die Legislatur im Baselbiet zu Ende gegangen. Für viele Landrätinnen und Landräte war es die letzte Sitzung, weil sie abgewählt worden sind oder sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt haben. Zu den Abtretenden gehören der Prattler SP-Landrat Ruedi Brassel und der Rümlinger SVP-Landrat Hans-Peter Wullschleger, die nach 16 Jahren im Parlament gar nicht mehr antreten durften. Auch CVP-Landrätin Agathe Schuler aus Binningen beendet nach 14 Jahren ihre Tätigkeit im Parlament.

Die drei gehören verschiedenen politischen Lagern an und sind sich auch bei ihrem Rückblick auf anderthalb Jahrzehnte im Landrat nicht immer einig: So findet etwa Hans-Peter Wullschleger, das Parlament habe die gegenwärtige Finanzmisere des Kantons zu verantworten: «Das Parlament beschliesst die Investitionen und trägt daher die Hauptschuld.» Dem widerspricht Ruedi Brassel: «Es gibt Bereiche, wo Kontrolle unmöglich ist. Wenn etwa die Gesundheitskosten steigen, kann man sie nicht durch Sparpakete auffangen.» Fehlplanungen der Regierung hätten entscheidender zur Krise beigetragen als die Arbeit des Landrates, meint Brassel.

Mit Blick auf die allgemeine politische Entwicklung der letzten Legislaturen beklagt Ruedi Brassel, die FDP habe unter dem Druck der SVP ihre liberale Eigenständigkeit verloren. Auch Agathe Schuler, die sich selbst zum christlich-sozialen Flügel der CVP zählt, zeigt sich besorgt über die Entwicklung des Freisinns.