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Basel Baselland EasyJet verweigert sich Gebühren aus Frankreich

Auf den 1.Juli will Frankreich am schweizer Teil des EuroAirport Basel-Mulhouse neue Gebühren einführen. Das sei eine einseitige Massnahme, die den Basler Flughafen schwächt, wird dies nun kritisiert: sowohl vom EuroAirport als auch vom Bund. Dieser will Frankreich zum Rückzug der Gebühren bringen.

Nachtaufnahme des EuroAirport-Terminals von der Anfahrt-Seite her.
Legende: Die Leitung des EuroAirport Basel-Mulhouse sieht den Flughafen einseitig benachteiligt. Keystone

Auf den 1.Juli will Frankreich am EuroAirport neue Gebühren einführen. Auch im Schweizer Teil des Flughafens sollen künftig alle abfliegenden Fluggesellschaften eine «Zivilluftfahrtgebühr» bezahlen sowie eine sogenannte Solidaritätsabgabe, also eine soziale Gebühr im Kampf gegen Aids und andere Infektionskrankheiten.

Gar nicht erbaut von diesen Aussichten ist die Direktion des EuroAirports: Die neuen Gebühren schwächten den Basler Flughafen in der Konkurrenz zu den anderen Flughäfen in der Schweiz, sagt Sprecherin Vivienne Gaskell im Regionaljournal Basel, «die Fluggesellschaften müssen deswegen voraussichtlich jährlich 14 Millionen Euro pro Jahr an Zusatzkosten bezahlen, während an den rein schweizerischen Flughäfen keine solche Zusatzkosten anfallen».

Ein EasyJet-Flugzeug auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse, im Hintergrund das Terminal.
Legende: EasyJet, die am EuroAirport wichtigste Fluggesellschaft, ist gegen die Gebühren: «Punkt, Schluss», sagt ihr Chef. Keystone

Für die Fluggesellschaften wird der Standort Basel daher unattraktiver, sie könnten sich künftig eher auf andere Flughäfen konzentrieren, wird befürchtet. Das gilt vor allem für Easyjet, denn die neuen Gebühren – rund 5 Euro für EU-Flüge und 9 Euro für nicht-EU-Flüge – fallen beim Billigflieger stark ins Gewicht. Easyjet, die wichtigste Fluggesellschaft am EuroAirport, werde aber ihre Flugpreise auf den 1. Juli nicht erhöhen. «Wir werden den französischen Behörden mitteilen, dass es keinen Grund gibt für ihre neuen Gebühren, und dass wir diese Gebühren deshalb auch nicht zahlen werden», sagte der Geschäftsleiter von EasyJet Nordeuropa, Thomas Haagensen.

Auch Bund gegen französische Gebühren für EuroAirport

Moralischen Sukkurs erhält der EuroAirport mit seinen Fluggesellschaften aus Bundesbern. Die einseitige Massnahme von Frankreich widerspreche dem Sinn und Geist des bilateralen Flughafens, sagte der Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt Bazl. Das Bazl wolle sich in Gesprächen mit den französischen Behörden dafür einsetzen, dass Frankreich die Gebühren rückgängig macht.

1 Kommentar

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  • Kommentar von S. Sachser, Basel
    Der Euroairport gehört der Schweiz. Man soll man auf die bisherige Finanzierung achten. Die Schweizer haben viel mehr hineingebuttert als die Franzosen. Sie stellen lediglich ein bisschen Land zur Verfügung. An diesem Euroairport Arbeiten rund 90% Franzosen. Die Schweizer bezahlen also alles! Wer Zahlt befiehlt! Wenn die Gebühren kommen, werden die Franzosen alle entlassen. ein Fairer Tausch, oder Frankreich bezahlt investiertes Geld und kauft den Flughafen mit Zinsen vollumfänglich der CH ab.
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