Ein Fest für die Langeweile in Basel

Langeweile gehört zur Kindheit, als Erwachsener wird sich nicht mehr gelangweilt, schliesslich hat man zu tun. Schade, findet der Verein «Philosophicum Basel» und veranstaltet am Freitag und Samstag ein Fest für die Langeweile.

Frau schläft auf Laptop

Bildlegende: Warum nicht? Ein Fest, um sich zu langweilen, findet am Freitag und Samstag in Basel statt. Colourbox

«Wir wollen das feiern, was andere bekämpfen. Wir machen die Langeweile zum feierlichen Gegenstand», sagt Stefan Brotbeck, Philosoph und Gründer des Philosophicum Basel. Und so wird die Langeweile für einmal zelebriert.

Die Besucher und Besucherinnen des Philosophicum sind dazu aufgefordert, den Gegenstand mit zu bringen, welcher sie am meisten langweilt. «Einen Staubsauger haben wir bereits erhalten,» sagt Nadine Reinert, Co–Leiterin des Philosophicum, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Das Philosophicum gibt sich Mühe, dass ja nicht zu viel Spannung aufkommt beim Fest für die Langeweile. Die Musik, die gespielt wird, ist offiziell langweilig und grundsätzlich sollen die Leute möglichst nichts machen, sondern sich einfach nur in der Hängematte liegend der Langeweile hingeben.

Ein Programm lässt sich aber doch nicht ganz vermeiden. Am Samstag findet ein ein Seminar statt über das Motiv der Langeweile in der Russischen Literatur. Und am Freitagabend gibt es ein Gespräch mit Stefan Brotbeck über die Langeweile. Der Philosoph geht der Frage nach, was man eigentlich genau tut, wenn man die Zeit tot schlägt und wo der dünne Grat zwischen reiner Ablenkung und tatsächlicher Musse verläuft.

In unserer Gesellschaft sei man dauernd beschäftigt, aber trotzdem gelangweilt, meint Nadine Reinert. Die echte Langeweile, wo einfach nichts passiert, nichts läuft, müsse wieder entdeckt werden, fährt Stefan Brotbeck fort. «Dann kann die Langeweile zu einem wichtigen Korrektiv unserer Spektakelgesellschaft werden und sie öffnet den Raum, um Platz für Musse zu schaffen.»