Erste Hilfe im Baselbiet Freiwillige sollen Leben retten

Menschen üben Reanimation mit Puppe

Bildlegende: Im Falle eines Herzschlags: Mit jeder Minute ohne Massnahmen sinkt die Überlebenschance. Keystone

Wenn jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, dauert es oft zu lange bis die Ambulanz vor Ort ist, um zu reanimieren. Internationale Studien besagen, dass daher nur rund 7 Prozent der Patienten einen Herzstillstand überleben.

Die Überlebensquote kann jedoch klar gesteigert werden. Dies zeigt der Kanton Tessin, wo 50 Prozent der Patienten überleben. Der Grund: Das Tessin hat sein Rettungssystem verbessert. Die beiden Basel wollen dies nun zu ihrem Vorbild nehmen.

Alarmierung übers Smartphone

Man setzt in Zukunft auf freiwillige Helferinnen und Helfer, die in einem Notfall Hilfe leisten können. Freiwillige, die sich für das Programm melden, müssen über eine Grundausbildung in Reanimation verfügen. Wer unter anderem diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich eine App auf das Smartphone herunterladen und ist so Teil des Programms.

In einem Notfall wird wie gewohnt die Notrufzentrale informiert. Die Notrufzentrale bietet die Ambulanz auf, gleichzeitig löst sie einen Alarm aus. Dieser bewirkt, dass freiwillige Laienhälfer, die sich in der Nähe des Patienten befinden, über die App informiert werden. Sie gehen vor Ort und reanimieren, bis die Ambulanz eintrifft. Personen, die im Notfall aufgerufen werden, um Leben zu retten, nennt man «First Responder».

Drei Minuten nach dem Alarm ist Helfer vor Ort

«Unser Ziel ist es, dass in Zukunft bei jedem Patienten innert drei Minuten eine Wiederbelebung beginnt», sagt Patrick Siebenpfund, Leiter des Notfalldienstes im Kantonsspital Baselland. Dies sei möglich mit dem Tessiner System.

Im Baselbiet soll das System mit der Smartphone-App nächstes Jahr eingeführt werden. Dafür wird eine Stiftung gegründet, die die notwendigen Finanzen beisteuert. Das Smartphone-System kostet jährlich rund 25'000 Franken. In Basel-Stadt ist es der Kanton, der das System einführen will. «Derzeit prüfen wir verschiedene Offerten», sagt Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement.