Fussball als Lebensinhalt - nicht nur ein Basler Phänomen

Fussball stiftet für viele Menschen Sinn und wird so zur Religion. Diesem Aspekt des Phänomens Fussball widmet das Historische Museum Basel eine Ausstellung. «Fussball - Glaube. Liebe. Hoffnung.» rückt die religiöse Verbindung von Menschen zu diesem Sport ins Zentrum.

Fankurve FC Basel

Bildlegende: Die Ausstellung bezieht sich auch auf den FC Basel. Keystone

Fussball ist weit mehr als eine der wichtigsten Sportart der Welt. Nichts anderes vermag die Völker über geografische und ethnische Grenzen hinweg so zu verbinden wie das runde Leder. So erhält der Fussball zum Teil den Status einer Religion.

In der Ausstellung «Fussball - Glaube. Liebe. Hoffnung.» soll das Verhältnis der Spieler zum Fussball wie auch der Fangemeinde zur gefeierten Mannschaft gezeigt werden. Vielerorts sei Fussball zu einer Religion geworden, sagt Margret Ribbert, Mitkuratorin der Ausstellung. «Dort wo uns früher religiöse Symbole im Alltag begleiteten, dort finden wir heute Symbole aus der Welt des Fussballs.»

Ausstellung mit lokalem Bezug

Eine Ausstellung über Fussball kann in der Fussballstadt Basel nicht ohne die Stars aus den eigenen Reihen zusammengestellt werden. Massimo Ceccaroni und Seppe Hügi sind genauso vertreten wie Karli Odermatt. Daneben hat es viele Gegenstände, die um den FCB eine Geschichte erzählen.

Nicht beleuchtet an der Ausstellung werden problematische Entwicklungen um und im Fussball. Das sei mit Absicht so geschehen, sagt Margret Ribbert. «Wir wollten ganz bewusst den religiösen Aspekt thematisieren, wie der Sport Sinn stiftet und Menschen miteinander verbindet.» Dass es auch hässliche Entwicklungen gäbe, das stünde nicht zur Diskussion.

Moderne Ausstellungspädagogik

Die Ausstellung kann ganz traditionell angeschaut werden. Mit Schautafeln und Texten werden Informationen zu Ausstellungsgegenständen und Bildern vermittelt. Die Gegenstände sind gruppiert nach Themen wie zum Beispiel Rituale, Normen und Werte oder Symbole.

Die Ausstellung ist aber auch ein interaktives Projekt. Mit einer Kamera kann man Panini-Bildchen von sich selbst herstellen und ins Internet stellen, man kann digital auf eine Torwand schiessen und sich so mit anderen messen. Man kann aber auch seine eigenen Bilder, die einem mit dem Thema verbinden, in einer grossen digitalen Ausstellung selbst präsentieren.

Die Ausstellung wurde von verschiedenen Museen als Koproduktion erstellt, unter anderen auch vom Historischen Museum Basel. Nach der Präsentation in der Barfüsser Kirche zieht die Ausstellung weiter nach Bremen, Lyon, Luxemburg und Barcelona. Den Abschluss der Tournee bildet Moskau anlässlich der nächsten Fussballweltmeisterschaft 2018.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)