Gemeindepolizisten stören sich an Militärpolizei-Übung

Die Übung von Militärpolizisten im Baselbiet verärgert die Baselbieter Gemeindepolizisten. «Wir fühlen uns vor den Kopf gestossen», sagt der Sprecher des Polizeibeamtenverbands Baselland Gemeinden - und bringt die Revision des Baselbieter Polizeigesetzes ins Spiel.

Polizist vor mehreren Computerbildschirmen

Bildlegende: Polizist in der Einsatzzentrale in Liestal - Hier werden die Einsätze der Polizei koordiniert Keystone

Gemeindepolizist Michael Martig ist Sprecher beim Polizeibeamtenverband Baselland Gemeinden. Die Militärpolizei-Übung lässt einerseits sein Polizistenherz höher schlagen, weil Armee und Kantonspolizei damit präventiv etwas gegen Kriminaltourismus unternähmen.

Andererseits fühlt er sich als Gemeindepolizist brüskiert: «Wir fühlen uns vor den Kopf gestossen», sagt er. «Es kann doch nicht sein, dass man jetzt die Armee beizieht - und dann gleichzeitig den Gemeindepolizisten, die das ganze Jahr über in den Gemeinden unterwegs sind, Kompetenzen wegnimmt.»

Martig bringt damit die Diskussion rund um die Revision des Baselbieter Polizeigesetzes ins Spiel. Mit der Revision befürchten die Gemeindepolizisten schon länger eine Abwertung ihres Jobs.

Isaac Reber äussert sich am Donnerstag

Bei der Baselbieter Sicherheitsdirektion hält der Generalsekretär, Stephan Mathis, dagegen: «Es besteht kein Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Militärpolizei und der Revision des Polizeigesetzes. Mit dem revidierten Polizeigesetz sollen die Gemeindepolizeien aufgewertet werden, nicht abgewertet.»

Am Donnerstag berät der Landrat über die Revision des Polizeigesetzes. Spätestens dann werde sich, so heisst es in seiner Direktion, auch Sicherheitsdirektor Isaac Reber öffentlich zur Militärpolizei-Übung im Baselbiet äussern.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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    Aus Rendez-vous vom 14.10.2013

    Die Baselbieter Polizei will Einbrüche verhindern und hat eine Offensive gestartet - gemeinsam mit der Militärpolizei. Auch andere Kantone liebäugeln mit dieser Möglichkeit. Was sagt Hans-Jürg Käser, Präsident der kantonalen Polizeidirektoren, zu dieser Zusammenarbeit?

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